Stadt Wasserburg am Inn

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Stadtgeschichte

Die Geschichte der Stadt Wasserburg am Inn im Überblick:

9./10. Jahrhundert
Bei archäologischen Ausgrabungen wurden 2013 Mauerreste entdeckt, die einer mittelalterlichen Vorgängersiedlung Wasserburgs des 9. und 10. Jahrhunderts zuzuordnen sein könnten. Die genauere wissenschaftliche Auswertung, Zuordnung und Datierung des Fundmaterials stehen jedoch noch aus.

11. Jahrhundert
Mehrfache Erwähnungen des Ortes Wasserburg in Traditionsbüchern, wie 1085-1088 als Wazzerburch, 1091-1098 als Wazirpurch

11. Jahrhundert
Altes Mauthaus in der Bruckgasse, Marienplatz 25: Das ehemalige Holzhaus wird der älteren Literatur zufolge aufgrund seiner Verbindung mit der Innbrücke und dem dort eingezogenen Brückenzoll, als ältestes Haus der Stadt angesehen. Der heutige Gasthof zum Bräu am Winkel [sei ...] von Graf Engelbert [* 1099/1102, † 20.9.1161] als Mauthaus für die Land und Wasserfrachten erbaut [worden].

12. Jahrhundert
Hallgraf Engelbert verlegt wohl in der Mitte des 12. Jahrhunderts und im Zusammenhang der Neugründung des Klosters Attel seinen Stammsitz von Limburg in seine "Wasserburg"

ab 12. Jahrhundert
Hallgraf - Salzhandel: Die Stadt Wasserburg und der Salzhandel waren von jeher fest aufeinander bezogen.
Die Grafen von Wasserburg sind seit dem 12. Jahrhundert auch die Hallgrafen von Reichenhall gewesen.

um 1204
Die Innbrücke wird zum ersten Mal um 1204 erwähnt

ca. 1245
Graf Konrad stattet Wasserburg mit dem „Burgrecht" (ältere Form des Stadtrechts) aus

1247
nach 17-wöchiger Belagerung erobert Herzog Ludwig (später Ludwig II der Strenge) die Stadt. Seither Wittelsbacher Besitz (Erbvertrag)

1247-1253
Wasserburg erhält sein Stadtwappen nicht durch Ludwig II., sondern durch dessen Vater, Otto II., vermutlich bald nach der Einnahme der Stadt zwischen 1247 und 1253. Das Wasserburger Stadtwappen zählt zu den ältesten Wappen im bayerisch-süddeutschen Raum. Der erste heute noch erhaltene Siegelabdruck mit steigendem, gekrönten Löwen stammt von 1292.

1248
Aufnahme Wasserburgs in die Bayerische Landtafel (Landstände).

um 1252
Bau eines ersten Rathauses

1255
Bau der ersten Bürgerkirche

vor 1291
Ausübung eigener Stadtrechte (Gewerbe- und Steuerhoheit)

13. Jahrhundert
Die Vollendung der ersten Stadtmauer ist in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts anzunehmen. Der älteren Literatur zufolge gehe sie sogar auf die Zeit um 1120 zurück.

1323
Nachweis eines Stadtrichters (Gerichtsbarkeit)

vor 1324
Städtische Verfassung (1324 werden Haag die „Rechte und Freiungen" der Stadt Wasserburg verliehen)

1324
Die Frauenkirche wird erstmals urkundlich erwähnt. Zu ihr gehört der städtische Wachtturm.

1334
Verleihung des Allgemeinen Stadtrechts durch Kaiser Ludwig den Bayern
danach: Verleihung wichtiger„Einzelprivilegien“,die in ihrer Gesamtheit das „Stadtrecht“ ausmachen.

1338
Das Heilig-Geist-Spital wird erstmals urkundlich erwähnt.

1339
Stadtbrand

1374
Michaeli-Marktprivileg

1374
Das Pfändungswesen wird städtisch verwaltet. (Zeitweiser) Amtssitz des Pfänders war der gleichnamige Turm

1392
Bayerische Landesteilung: Wasserburg fällt durch Losentscheid mit dem "Land vor dem Gebirg" an Bayern-Ingolstadt

ab 1410
Neubau der Stadtpfarrkirche durch "Meister Hans von Burghausen". Später die Baumeister Sephan Krumenauer u. Wolfgang Wieser.

ab 1415
Ausbau der Stadtbefestigung

ab 1415
In den Jahren ab 1415 wird das Brucktor im Rahmen der Neubefestigung Wasserburgs durch Herzog Ludwig den Gebarteten von den Bürgern der Stadt neu errichtet

ab 1415
ist ebenfalls das Tränktor (Trencktor mit Trennkturm, auch Fischertor und Ländtor), ein quadratischer Torturm als Bestandteil der mittelalterlichen Stadtmauer, nachzuweisen

1422
Vergebliche Belagerung der Stadt durch Herzog Heinrich von Landshut (Denkmal im Seiteneingang des Rathauses)

1439
Wasserburg ist eine Salzhandelsstadt. In diesem Jahr erfolgt die Verleihung des Salzscheibenpfennigs auf ewige Zeiten.

1447
Erneute Landesteilung: Wasserburg wird Landshut zugesprochen.

1457-1459
Neubau des Rathauses durch Jörg Tünzl

1496
Die wohltätige Herzog-Georg Stiftung wird gegründet

1497
Verlegung des Sitz des Mautners

Ende des 15. Jahrhunderts
Das Schmidtor auch Bauschreibertor, Bachzahnertor oder Gerbltor, Mittleres Griestor), ein halbrunder Torturm der mittelalterlichen Stadtmauer, wurde wohl erst im späteren 15. Jahrhundert in die Ringmauer eingebaut

16. Jahrhundert
Die Bürger übernehmen im Notfall die Verteidigung der Stadt selbst. Das Recht auf Selbstverteidigung war eine der größten Freiheiten mittelalterlicher autonomer Städte. Der städtische Rat hatte dabei die Wehrhoheit inne, wozu auch das Recht gehörte, die Bürger zum Schutz der Stadt aufzubieten. Militärische Einsätze erfolgten regelmäßig. Die Stadt ist in dieser Zeit auch immer wieder von Truppendurchzügen betroffen.

16. Jahrhundert
In Wasserburg hat es weder eine Reformation noch eine evangelische Gemeinde vor dem 19. Jahrhundert gegeben. Schon bald nach 1519 und bis in die 1570er Jahre hinein lässt sich aber eine starke evangelische Bewegung in der Stadt nachweisen.

1504
Landshuter Erbfolgekrieg: Die Bürgerschaft übergibt die Stadt an Ruprecht von der Pfalz

1526-1537
Herzog Wilhelm IV. baut die Burg zum herzöglichen Schloss um.

1556/57
Bau des Bruderhauses im Hag (Armen- und Krankenpflege)

1589
Bau des lateinischen Schulhauses

1615
Im ersten Stadtplan wird die in Gotik und Renaissance weitgehend abgeschlossene Bebauung der Altstadt im Grundriss nachvollziehbar.

1618-1648
Dreißigjähriger Krieg

1622-1624
Bau des Kapuzinerklosters

1634
Große Pest-Epidemie: Gelöbnis der Bürgerschaft, die Pfarrkirche zu erneuern.

ab 1635
Ausstattung der Pfarrkirche durch die Gebrüder Zürn aufgrund des Pestgelübdes von 1634

23.11.1705
Bauernschlacht am Achatzberg (Spanischer Erbfolgekrieg)

1793
Letzter bayerischer Kreistag in Wasserburg

1800
Schlacht bei Hohenlinden

1807
Aufhebung des Kapuzinerklosters

1809
Aufhebung des Stadtgerichts

1813
Aus dem ersten vermessungsgenauen Grundrissplan der Stadt Wasserburg geht nicht nur die Stadttopographie hervor; durch ein zeitgleich geführtes Hausnummern- und Bewohnerkataster wird auch die Sozialstruktur der Stadt erkennbar, die zu dieser Zeit noch weitgehend vom Handwerk und Kleingewerbe geprägt war.

1818
Neue magistratische Kommunalverfassung

1826
Gründung der ehemals städtischen Sparkasse

seit 1839
erscheint regelmäßig eine Zeitung für Wasserburg

1855
Eröffnung eines neuen städtischen Krankenhauses im Hag (Vorläufer: Bruderhaus)

1855
Eröffnung einer Mädchenschule der Englischen Fräulein

1857
Eröffnung eines ersten Kindergartens (Kleinkinderbewahranstalt)

1861
Erster Nachweis einer städtischen Straßenkehrrichtabfuhr (Vorläufer der Müllabfuhr)

1866
Die Freiwillige Feuerwehr Wasserburg wird gegründet. Doch auch in der Zeit davor gab es bereits eine städtisch organisierte Brandbekämpfung

1874
Stadtbrand

1885
Letzter Stadtbrand

1888
Einrichtung einer stadtgeschichtlichen Sammlung mit Ausstellungsraum in der ehemaligen St.Michaels-Kapelle (heute Museum Wasserburg)

Ende des 19. Jahrhunderts
werden leistungsfähige Abwasserkanäle für die gesamte Altstadt installiert und damit die hygienischen Verhältnisse deutlich verbessert. Zuvor hatte es nur unzureichende Systeme gegeben.

1902
Eröffnung der Bahnlinie Wasserburg Bahnhof (Reitmehring) - Wasserburg Stadt

1905
Eröffnung der Bahnlinie Ebersberg-Wasserburg Bahnhof

1913
Bau der Volksschule (heute Grundschule) am Gries

ab 1918
Planmäßige Erschließung neuer Wohngebiete am Rande der Altstadt, im Burgerfeld, an der Wuhr und in der Tegernau

1921
Errichtung einer Landwirtschaftsschule

1929
Einsturz der Innbrücke (Rote Brücke) durch Eisstoß

1933-1945
Während der nationalsozialistischen Unrechtsherrschaft kommt es rasch zur Gleichschaltung des Stadtrates, Patientinnen und Patienten aus den Heil- und Pflegeanstalten Gabersee und Attl werden wegen ihrer psychischen Erkrankung oder Behinderung gequält und ermordet. Ausländerinnen und Ausländer werden aus rassistischen Gründen oder als Kriegsgefangene zur Arbeit gezwungen. Während die Opfer des Nationalsozialismus heute recht gut erforscht sind, steht eine intensivere wissenschaftliche Beschäftigung mit der kommunalen Ebene noch aus.

1935-1938
Bau der Innstaustufe Wasserburg

1945-1950
Die Nachkiregszeit ist geprägt von einem politischen Neubeginn, welcher von der amerikanischen Militärregierung überwacht und begleitet wird. Durch den starken, nachkriegsbedingten Bevölkerungswachstum herrscht Wohnungsnot, systematische Wohnungsbauprojekte starten erst ab 1949. Die Ernährungslage in der Nachkriegszeit ist schlecht.

1948-1972
In dieAmtszeit 1. Bürgermeister Gabriel Neumeier fallen folgende (kommunale) Projekte (Auswahl):
-ab 1949
Zahlreiche gemeinnützige Wohnungsbauprojekte, v.a. im Burgerfeld
-1964
Einweihung des Kreiskrankenhauses in der Burgau, wofür die Stadt Wasserburg den Grund zur Verfügung stellte
-1966-1969
Gewerbeansiedlung
-1969
Einweihung der Hauptschule Wasserburg (heute Mittelschule)

30.6.1972
Auflösung des Landkreises Wasserburg im Zuge der Landkreis-Gebietsreform Bayern

1972-2002
In dieAmtszeit 1. Bürgermeister Dr. Martin Geiger fallen folgende (kommunale) Projekte (Auswahl):
-1975-1977
Bau der Sport und Freizeitanlage BADRIA
-ab 1978
systematische Stadtsanierung
-
ab ca. 1980
Ausbau Wasserburgs als Kulturstadt
-1984-1986
Hochwasserfreilegung der Altstadt

1985-1987
Bau der Umgehungsstraße B304

März 1987
Unterbrechung der Bahnlinie Wasserburg Bf - Wasserburg Stadt (Dammrutsch); seither Stadtbusverkehr

2002-heute
In die Amtszeit 1. Bürgermeister Michael Kölbl fallen folgende (kommunale) Projekte (Auswahl):
-ab 2002
Sanierung des Badria
-ab 2005
Sanierung der Bahnhöfe in Reitmehring und in der Altstadt mit Bau des Busbahnhofs
Ausbau des ÖPNV(u.a. Stadtbusverkehr)
-2007
Erhöhung Hochwasserfreilegung
-2010
Sanierung Brucktorensemble
-2017
Abschluss Sanierung Mittelschule
-2018
Das aktuelle integrierte städtische Entwicklungskonzept mit kommunalem Denkmalkonzept wird verabschiedet (ISEK/KDK)

2020
Ein Denkmal erinnert an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft

Weitere Informationen

Historisches Lexikon Wasserburg

Online-Lexikon zur Geschichte Wasserburgs und der Umgebung

Historisches Lexikon Wasserburg

Attel