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Möbelumzug ins neue Wasserburger Museumsdepot

[Artikel vom 12.08.2026]

Museumsteam mit 1. Bürgermeister Bastian Wernthaler, Restauratorin Susanne Raffler und Maria Wimmer von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern © Stadt Wasserburg.
Museumsteam mit 1. Bürgermeister Bastian Wernthaler, Restauratorin Susanne Raffler und Maria Wimmer von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern © Stadt Wasserburg.

Pressetermin am 11. August im Museumsdepot – Möbel bekommen hier ein neues Zuhause
 
Nachdem letztes Jahr als Erster der Gemäldebestand des Museums Wasserburg ins neue Museumsdepot einzogen ist, folgen diesjährig Teile der umfangreichen Möbelsammlung. Anlässlich der Umzugsaktion fand am 11. August ein Pressetermin statt, an dem ein exklusiver Einblick nicht nur in die Räumlichkeiten des Depots, sondern auch in die Arbeit des Museums- und Restauratorenteams möglich gemacht wurde.
 
Museumsleiterin Sonja Fehler begrüßte alle teilnehmenden Pressevertreter, 1. Bürgermeister Bastian Wernthaler, Maria Wimmer von der Landesstelle der nichtstaatlichen Museen in Bayern, welche das Depotprojekt seit Beginn der Planung fördert und begleitet, und Restauratorin Susanne Raffler.
 
Danach stellte Sonja Fehler den Depotbau vor. Dieser besteht aus zwei Gebäudeteilen – dem Multifunktions- und dem Lagerbereich. In ersterem findet die museale Bearbeitung der Objekte – wie etwa wissenschaftliche Erschließung und Inventarisation – statt. In letzterem werden die Gegenstände konservatorisch bewahrt. Dabei spielen zum einen Aspekte der Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. So wird darauf geachtet, dass der Energieeinsatz so gering wie möglich gehalten wird. Durch eine PV-Anlage ist sogar eine Plus-Energie-Bilanz denkbar. Zum anderen ist es unerlässlich, dass der Lagerbereich schad- und schädlingsfrei gehalten wird sowie über den Jahresverlauf verteilt über ein gleichmäßiges Raumklima verfügt.
 
Im Anschluss skizzierte die Museumsleiterin den Ablauf des Möbelumzugs. Die Objekte werden auf Paletten sowohl transportiert als auch später gelagert. Sie waren in einem Speicher untergebracht und wurden von einer Möbelspedition ins neue Depot überführt. Diese Tätigkeit musste von Fachleuten übernommen werden, da es sich um sehr schwere Stücke handelte. In der Anlieferung des Depots wurden diese nun zur Lagerung vorbereitet. Das bedeutete im ersten Schritt eine Reinigung. Im zweiten Schritt eine Befreiung von Schädlingen, was mittels eines Freezers ab Ende August erfolgen wird. Restauratorin Susanne Raffler erläuterte ihr Vorgehen: Zunächst wurden die Objekte mit Hilfe von Pinseln und Staubsauger trocken gereinigt. Danach folgte eine feuchte Behandlung, um Schmutz-, Schimmel- und weitere Spuren zu beseitigen. Dabei wurde jeder Arbeitsschritt auf einem Laufzettel, der ans Möbelstück geheftet wird, protokolliert. Außerdem wurden die Objekte mit ihrer Inventarnummer versehen und ausgemessen. Die Maße sind entscheidend, um den idealsten späteren Lagerstandort ermitteln zu können.
 
Angrenzend an den Anlieferbereich befindet sich die Schleuse. Zukünftig ins Depot gebrachte Objekte kommen von hier aus entweder direkt in die Quarantäne oder werden im Multifunktionsraum für die Lagerung vorbereitet und wissenschaftlich bearbeitet. Aktuell befinden sich sowohl im Quarantäne- als auch im Multifunktionsbereich die gereinigten Möbel zur Trocknung.
Susanne Raffler zeigte Fotos von den umfassenden Arbeiten. Zum Beispiel von einer im Inneren durch Schimmelpilz befallenen Truhe. Durch die unsachgemäße Lagerung im Speicher waren viele Möbel hiervon betroffen und mussten deshalb gründlich desinfiziert werden. Jedoch ließen sich auch kleine Schätze in den Objekten finden: So wurden etwa von den früheren Besitzern Heiligenbildchen in Schranktüren eingeklebt, welche Aufschluss über deren Profession oder auch die geografische Herkunft erlauben. Dadurch sind die Möbel als Objekte der Kulturgeschichte lesbar.
 
Des Weiteren waren nicht alle Möbel inventarisiert. Nun bekommen alle eine Inventarnummer, einen Standort und werden wissenschaftlich in einer digitalen Datenbank erfasst. Damit wird – im Gegensatz zur Lagerung im Speicher – eine künftige Zugänglichkeit gewährleistet. Das Museumsteam hat jetzt genaue Kenntnis und besten Überblick über alle vorhandenen Möbelstücke. Diese umfassen unter anderem Objekte aus dem 16. Jahrhundert, aus der bäuerlichen Wohnkultur des 18. Jahrhunderts oder aus dem Biedermeier des Bürgertums der 1820er Jahre.

 

www.museum.wasserburg.de

Anlieferung des Museumsdepots: Hier wurden die Möbel für die Lagerung gereinigt. © Stadt Wasserburg.
Anlieferung des Museumsdepots: Hier wurden die Möbel für die Lagerung gereinigt. © Stadt Wasserburg.
Trocknung der Möbel nach der Reinigung © Stadt Wasserburg.
Trocknung der Möbel nach der Reinigung © Stadt Wasserburg.