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Wasserburger Nationenfest

[Artikel vom 03.06.2026]

In 33 Jahren ist das Nationenfest ziemlich erwachsen geworden. Und hat sich zum schönsten Fest im schönen Wasserburg gemausert. Los ging es 1993 in der Herrengasse, heute ist der gesamte Kernbereich der Altstadt Festgelände. Und dort ist am Samstag, 27. Juni, wieder den ganzen Tag buntes Treiben geboten. Los geht es traditionell um 15.05 Uhr, nachdem die Kirchenglocken das Wochenende eingeläutet haben.

Das Nationenfest ist mehr als eine Musik- und Genussmeile. Ziel der ehrenamtlichen Organisatoren damals wie heute: Die Menschen aus verschiedensten Ländern miteinander in Kontakt zu bringen. Miteinander zu ratschen, zu diskutieren, zu tanzen, zu feiern. Das Fest steht für Vielfalt, Begegnung und gelebte Integration und bietet einen Tag voller Lebensfreude, internationalem Flair und Gemeinschaft für die ganze Familie. Das Nationenfest ist ein sichtbares Zeichen für gelebte Integration und Zusammenhalt. In einer Zeit, in der gesellschaftliche Spannung zunimmt, schafft das Fest einen Raum, in dem Kulturen sich auf Augenhöhe begegnen, Vorurteile abgebaut und Gemeinschaft erlebt werden kann.

Aber: Ohne Musik und ohne Genuss wäre das Nationenfest nicht das Nationenfest. Und so gibt es auch heuer wieder an zwei Dutzend Ständen Spezialitäten aus aller Herren Länder. Aus Afrika, Europa und Asien. Süß oder herzhaft, mit und ohne Fleisch. Ob Fingerfood aus Afrika, Langosch aus Rumänien, Leckereien rund ums Mittelmeer oder Spezialitäten aus der philippinischen Küche – es gibt fast nichts, was es nicht gibt. Dazu einen Smoothie, einen marokkanischen Pfefferminztee, einen türkischen Ayran oder ein oberbayerisches Bier… 

Das Nationenfest ist auch akustisch bunt. Schon zum Festauftakt treffen zwei Welten aufeinander: Der Nachwuchs der Stadtkapelle spielt auf der Hofstatt, in der Herrengasse sind moderne brasilianische Trommelklänge zu hören und in der Färbergasse eine junge Liedermacherin. Peruanische Tänze und Musik, eine ukrainische Frauengruppe, Funk-Jazz-Fusion, lateinamerikanische Klänge, orientalische Tänze begleiten das Fest in den Abend. Doc Schott, ein renommierter Folk-Singer/Songwriter kommt nach Wasserburg und am späteren Abend wird es rhythmisch: Da sind zum einen die Dub-Invaders, Deutschlands dienstälteste Reggae-Band zu Gast und setzen im Publikum die Hüften in Bewegung. Und zum anderem sorgt Ibou Kalaama mit seinem Mix aus westafrikanischen Beats und Soul für Tanzbedarf. Das komplette Programm und den Flyer gibt es online unter https://rio-konkret.de/nationenfest.

Für Gesprächsstoff sorgen Vereine, Verbände, Parteien und Organisationen mit ihren Informationsständen. Vertreten ist das ganze Spektrum zwischen Amnesty International und Donum Vitae, Initiative Eine Welt und Tukutane, Internationaler Bund und Interkultureller Garten. Und wer nicht mit leeren Händen nach Hause gehen will, findet sicher an einem der Basar-Stände Dekoratives aus Lateinamerika, Afrika oder Asien.

Die Färbergasse ist die “junge Meile”, da wird am Nachmittag gebastelt, es wird gespielt und zu den Klängen einer jungen Metall-Band gechillt, Tischkicker, Dosenwerfen und Henna-Tattoos sind im Angebot, die rotierende Boulderwand fordert heraus und die Jugendfeuerwehren aus Wasserburg, Attel-Reitmehring und Bachmehring laden zur Löschübung und Erkundung der Ausrüstung ein. Am Abend übernehmen dann DJs mit elektronischer Musik, zum Teil kombiniert mit afrikanischen Klangwelten.

Auch das schönste Fest hat einmal ein Ende. Beim Nationenfest ist das gegen 23 Uhr, dann heißt es “Auf Wiederseh’n, es war sehr schön - bis Juni 2027!”

Tipp: Für Festbesucher, die mit dem Auto kommen, empfiehlt es sich, dieses am Bahnhof Reitmehring oder am Badria stehen zu lassen und mit dem Stadtbus in die Altstadt zu fahren. Der fährt bis nach Mitternacht. Denn: Parkplätze sind während des Nationenfestes rares Gut. Dazu kommt, dass der Kernbereich der Altstadt Festgelände ist. Autos sind zwischen Ledererzeile und Rathaus  nicht gelitten. Es sei denn, sie sorgen dafür, dass sich kleine – oder große? – Jungs beim Nationenfest den Traum vom Feuerwehrmann erfüllen.

Übrigens: Das Nationenfest wird von Anfang an ehrenamtlich organisiert und es kostet keinen Eintritt.  Finanziert wird das schönste Fest der Stadt weit überwiegend mittels Spenden. Wer das Nationenfest unterstützen will, kann eine Spendenbox am RioKonkret-Stand in der Herrengasse befüllen oder online einen Betrag schicken an www.betterplace.org/de/projects/169352