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Der Rote Turm strahlt wieder...

[Artikel vom 27.07.2020]

in einem hellen Grauton - Sanierung abgeschlossen

Nicht nur die Tordurchfahrt am Brucktor wurde kürzlich renoviert – auch der Rote Turm am östlichen Ende der Ledererzeile ist in den vergangenen Wochen saniert worden. Zahlreiche Schrammen und Kratzer haben von den vielen Autos und LKW gezeugt, die im Laufe der Jahre angefahren sind. Aber nicht Fahrzeuge haben an den Mauern ihre Spuren hinterlassen. Auch Feuchtigkeit und Salze aus dem Untergrund sind in das Mauerwerk eingedrungen und haben vor allem den Putz geschädigt und unansehnlich gemacht.

Deshalb wurde es jetzt Zeit für eine Frischzellenkur. Der alte Putz wurde abgeschlagen und das Mauerwerk trockengelegt. Dann wurde fachmännisch und originalgetreu in mehreren Schritten neuer Putz aufgetragen und die Mauern abschließend frisch getüncht.

Eine besondere Überraschung fand sich nach dem Abschlagen des Putzes an einer der Ecken des Turms. Ein großer Granitstein mit einer quadratischen Kerbe kam zum Vorschein. Wozu dieser Stein da war, ist nicht ganz klar. Möglicherweise diente er einst zum Verriegeln oder Verbarrikadieren des Tores. Der Turm wurde nach 1415 mit dem Ausbau der Stadtbefestigung errichtet und war Teil der mittelalterlichen Ringmauer um die Altstadt.

Der Name Rote Turm ist seit geraumer Zeit üblich, obwohl er eigentlich gar nicht Rot ist. Im Laufe der Jahrhunderte hatte das Gebäude viele Bezeichnungen. So war ist es über lange Zeit auch als Pognertor belegt, benannt nach dem Handwerk des Armbrustmachers. Aber auch Ratzentor, Hageturm, Naglertor, Salztor, Ratdienertor, Göttnertor, Liebhardtor-, Schlachthaustor und Luegingertor sind laut Historischem Lexikon Wasserburg überliefert.