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Archivalie des Monats - September 2021

[Artikel vom 21.09.2021]

Die Archivalien des Monats September sind zwei Fotos aus dem Bildarchiv: Sie zeigen Max Reheis in jungen Jahren mit Hochrad (ca. 1885) und als jungen Rennfahrer auf dem Niederrad (um 1890), StadtA Wasserburg a. Inn, Bildarchiv, IIIA15-164.
Die Archivalien des Monats September sind zwei Fotos aus dem Bildarchiv: Sie zeigen Max Reheis in jungen Jahren mit Hochrad (ca. 1885) und als jungen Rennfahrer auf dem Niederrad (um 1890), StadtA Wasserburg a. Inn, Bildarchiv, IIIA15-164.

Max Reheis - ein erfolgreicher Radsportler aus Wasserburg
Der Meisterfahrer spielt nach neuesten Forschungen eine nicht ganz unbedeutende Rolle in der bayerischen Fahrradgeschichte

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hat das Radfahren in Deutschland einen ungeheuren Aufschwung erlebt. Die zunehmende Popularität des Fahrrads hat sich auch auf den Radsport maßgeblich ausgewirkt, was sich unter anderem an der Zahl der im Deutschen Reich bestehenden Radrennbahnen ablesen lässt, die 1890 bereits weit über 40 betrug.

An zahlreichen Radrennfahrten der 1880er und 1890er Jahre nahm der Wasserburger Max Reheis teil, der in der Innstadt am 12. Oktober 1869 als Sohn des Sattlermeisters Josef Reheis und seiner Frau Therese geboren wurde. Beruflich stieg Reheis zunächst in die Fußstapfen seines Vaters, entdeckte dann aber schon bald seine Leidenschaft für den Radsport und begann eine Karriere als Radrennfahrer. Seinen ersten Erfolg konnte der junge Reheis bereits im Alter von 17 Jahren verzeichnen, als er bei einem Rennen in Moosburg (1886) den dritten Platz belegte. Seinen vermutlich ersten Sieg errang er am 1. Mai 1887 im Rahmen der Frühjahrsrennen des Münchener Velociped-Clubs auf dessen Rennbahn an der Schyrenstraße. Von nun an entfaltete Reheis vor allem auf lokaler und regionaler Ebene in Oberbayern, Niederbayern, Schwaben und der Oberpfalz eine reiche Tätigkeit als Rennfahrer. Gleichzeitig war Reheis im Nachbarland Österreich radsportlich sehr aktiv (darunter mehrmals in Salzburg auf der vom dortigen Radfahrer-Verein 1894 eröffneten Radrennbahn), wo er 1889 den Titel Meisterfahrer der Landeshauptstadt Linz errang. Aber auch in Osteuropa fuhr er zahlreiche Rennen, in Prag gewann er 1895 sogar die Meisterschaft von Böhmen. Sein radsportliches Können soll er sich beim Training auf Wasserburgs zahlreichen Bergstraßen und beim Ausfahren von Polstern und Pferdegeschirren aus der väterlichen Werkstatt an die bäuerliche Kundschaft auf den umliegenden Dörfern erworben haben.

Mehr über das Radfahren in Bayern gegen Ende des 19. Jahrhunderts und zur Biografie von Max Reheis erfahren Sie in einem im Historischen Lexikon Wasserburg veröffentlichten Beitrag des Volkskundlers Dr. Norbert Stellner, der seine Forschungsschwerpunkte im Bereich der Vergnügungs- und Fahrradgeschichte hat.

Quelle:
Norbert Stellner, Max Reheis, publiziert am 03.08.2021 [=Tag der letzten Änderung(en) an dieser Seite]; in: Historisches Lexikon Wasserburg, URL: https://www.historisches-lexikon-wasserburg.de/Max_Reheis (21.09.2021)
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