Stadt Wasserburg am Inn

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Stöcke, Heia

Bestand Stöcke, Heia (Elisabeth), Malerin - Schriftlicher Nachlass

(BÜ)

Vorwort/Bestandsgeschichte/Inhalte:

Stadtarchiv Wasserburg, zeitgeschichtliche Dokumentation, Bestand VI. Sammlungen, zeitgeschichtliche Dokumentation, Nachlässe und Deposita:

Stadt Wasserburg a. Inn und Umgebung »» Gesellschaft »» Bevölkerung »» Einzelpersonen (Künstler, Schriftsteller, Personen des Zeitgeschehens etc.) »» Stöcke, Heia

Laufzeit: 1943 - 1972

Umfang: 18 Archivalieneinheiten

Bestandsgeschichte: 
Ende des Jahres 2009 wurde der künstlerische und schriftliche Nachlass Heia Stöckes dem städt. Museum Wasserburg a. Inn übergeben und übereignet. Der künstlerische Nachlass verbleibt im Museum, der schriftliche Nachlass wurde am 07. und 13.09.2010 an das Archiv zur Erschließung abgegeben, die bereits im Oktober 2010 abgeschlossen werden konnte.

Heia Stöcke hieß mit bürgerlichem Namen Elisabeth Stöcke, da sie im Nachlass ausnahmslos Heia genannt wird, wird sie in den Verzeichnungseinheiten auch als Heia Stöcke geführt.
Heia Stöcke (sprituelle Beinamen: Nasobem/Tsing-Ming) wurde am 14.04.1904 in Hannover als Tochter des Malers Alfred Stöcke und seiner Frau Elisabeth geboren. Sie ist in Berlin aufgewachsen, verließ Berlin in der NS-Zeit, kam nach Bayern und lebte seit 1945 in Heberthal. Heia Stöcke starb am 12.11.1956.

Heia Stöcke war Malerin, sie war spirituellen Geistesrichtungen, v.a. dem Buddhismus, zugeneigt und befasste sich mit Astrologie. Heia Stöckes Lebenspartnerin, Hildegard Strehler, genannt Bambino/Bino, (1921-1966) war ebenfalls künstlerisch tätig, betätigte sich aber hauptsächlich, auch zum "Broterwerb", mit dem Schneidern von Kleidung.

Der künstlerische Nachlass Heia Stöckes wird zurzeit im städt. Museum Wasserburg inventarisiert.

Inhalte des schriftlichen Nachlasses: 
Der schriftliche Nachlass besteht hauptsächlich aus an Heia Stöcke gerichteten Briefen und Postkarten. Die Adressaten der Briefe lassen sich in fünf Gruppen einteilen, wobei es allerdings auch zu Überschneidungen kommt.

Verwandtschaft: 
Schwägerin Maria Jochmus-Stöcke
Cousins und Cousinen: Erna Tiedemann, Lore, Eberhard und Walter Herdieckerhoff, Vera Lienbacher
Tante Martha Ries
Dazu kommen noch Briefe im Zusammenhang mit dem Tod von Heia Stöckes Vater, dem Maler Alfred Stöcke 1947.

Freunde: 
v.a. Israelemigrant Schyko Lazer; Schauspielerin Vera Eckert

Berliner Freundes-/Künstlerkreis: 
Fotografin Bettina Weymars (Mi-shi-tze, Mischka), Malerin Ch. Goesche, Malerin Tulja Jenssens, Thea (Geliebte Tulja Jenssens), Arika Sinz-Wendt (Tai-Tai), Maler Kurt Runge.

Diesen Berliner Kreis verbinden neben einer engen Freundschaft die abstrakte Malerei und das Interesse an Esotherik/Astrologie/Buddhismus. Der Freundeskreis zerstreute sich im und nach dem Krieg auf ganz Europa, nur Ch. Goesche und Kurt Runge blieben im Raum Berlin, Heia Stöcke kam 1945 nach Wasserburg/Heberthal.

Dem Berliner Kreis zuzurechnen ist auch Hilla von Rebay, die Mitbegründerin der Sammlung und erste Direktorin des Guggenheim-Museums in New York. Sie gehörte zwar nicht dem engen Freundeskreis an, war jedoch bei allen bekannt und stand v.a. auch mit Kurt Runge in engerem Kontakt. Hilla von Rebay verschickte an alle ihre Freunde und Künstlerkollegen die "hostess reports", die Gästebucheinträge des Guggenheim-Museums zusammen mit Rundbriefen, die neben Privatem auch Abhandlungen über die Gegenstandslose Malerei, die Vermarktung von Kunst, etc. enthalten. Hilla von Rebay gehörte dem Institute of Mentalphysics an und warb Kurt Runge, Heia Stöcke und andere, die neuen/alten asiatischen spirituellen Lehren nicht abgeneigt waren, ebenfalls für Mitgliedschaften am Institut an.
Zum Künstlerkreis um Hilla von Rebay gehörten auch die Malerin Charlotte Sahmel und Mimi Koch.
Diese tauschten sich nicht nur aus, sondern sie versuchten auch einander zu fördern und ihre Kunst an Galerien oder Verlage zu vermittlen, so es ihre Möglichkeiten zuließen.

"Spirituelle" Gruppe:
Heia  Stöcke war nicht nur Mitglied bei "Mentalphysics", sondern auch in der Buddhistischen Gemeinde Berlin, sie korrespondierte dabei hauptsächlich mit dem Leiter der Gemeinde Harry Pieper, der auch Aufsätze über buddhistische Themen verbreitete. Außerdem stand sie in Kontakt mit dem Indologen und Buddhisten Klaus Cammann und weiteren Bekannten, die dem Buddhismus zugeneigt waren. 
Heia Stöcke befasste sich intensiv mit Astrologie und erstellte Horoskope, kostenlos oder auch gegen Entgeld.

Sonstige private und geschäftliche Korrespondenz:
Neben den schon genannten Korrespondenzpartnern sind noch weitere v.a. geschäftliche Kontakte, auch im Raum Wasserburg, z.B. zu Martha vom Scheidt oder Walther Urbanek, aber auch einige Kontakte, die sich sowohl namentlich nicht identifizieren, als auch bestimmten Kategorien nicht zuordnen ließen, im Nachlass vorhanden.

Neben Korrespondenz an Heia Stöcke sind im Nachlass auch zwei Mitteilungen von Heia Stöcke selbst (für ihre Vermieterin und ihre Mitbewohnerin) vorhanden.
Es finden sich auch astrologische Notizen, graphische Horoskope und Mondkalender.

Einige Briefe des Nachlasses sind nicht an Heia Stöcke, sondern an ihre Lebensgefährtin Bino (Hildegard Strehler) gerichtet: Briefe von deren Mutter und Geschwistern sowie anderen Verwandten und Freunden. Diese Briefe sind teilweise auch an Heia gerichtet, stammen aber auch aus der Zeit nach Heias Tod.

Weitere Unterlagen zu Heia Stöcke und anderen hier genannten Künstlern finden sich im Archiv des Solomon R. Guggenheim Museums in der Sammlung der Hilla von Rebay Foundation.
http://www.guggenheim.org/new-york/collections/library-and-archives/archive-collections/M0007/

(FB)

2) Findbuch Bestand Stöcke, Heia, Malerin - Schriftlicher Nachlass

Register zum Findbuch: 
Personenregister 
(Erläuterung: Die Verweise der Seitenzahlen und Signaturen beziehen sich auf obenstehendes pdf-Findbuch).