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Klimafreundlich leben: Kühl durch den Sommer

Klimafreundlich leben: Kühl durch den Sommer

Bislang sind zwar die angekündigten Hitze-Rekorde ausgeblieben, aber so langsam kommt der Sommer in Fahrt. Wenn es so richtig heiß wird, hat sich sicherlich schon manch einer eine Klimaanlage gewünscht. Doch diese sind ein trügerischer Freund bei Hitze: Selbst eine kleine Kühlanlage mit zum Beispiel 880 Watt verbraucht mehr Strom als 100 Energiesparlampen. Zugleich schieben Klimaanlagen die warme Luft nur von einem Ort zum anderen, meist von drinnen nach draußen – und dabei heizen sie die ganze Welt noch weiter auf.

Es gibt auch andere Möglichkeiten, das Zuhause – und sich selbst – möglichst kühl zu halten:

  1. Außenliegenden Sonnenschutz wie Jalousien oder Rollos anbringen und tagsüber geschlossen halten: Dies hält die Hitze draußen und drinnen bleibt es schön kühl. Nicht perfekt, aber besser als nichts sind Vorhänge auf der Innenseite der Wohnung. Aber auch mit einer Stange z.B. für Duschvorhänge und einem alten Handtuch oder Laken können Sie sich an Außenfenstern und Balkontüren einen improvisierten Außenvorhang basteln. Das bringt bei sonnenbeschienenen Stellen erstaunlich viel!
  2. Das alles funktioniert allerdings nur gut, wenn Sie richtig lüften: Statt die Fenster den ganzen Tag offen stehen zu lassen, sollte an heißen Tagen nachts und früh am Morgen gelüftet werden. Zu diesen Zeiten ist die Außentemperatur am niedrigsten. Öffnen Sie dabei auch Schranktüren – denn auch die speichern Wärme im Inneren.
  3. Hausbesitzer sollten zudem eine fachgerechte Dämmung des Hauses durchführen lassen. Eine Dämmung vermeidet unerwünschte Temperaturänderungen sowohl im Sommer als auch im Winter und spart so Heizenergie und macht eine Klimaanlage überflüssig.
  4. Wenn Ihr Gebäude mit einer Wärmepumpe beheizt wird, können Sie prüfen lassen, ob eine Umrüstung auf zusätzliche Kühlung möglich ist.
  5. Ein einfacher Trick ist, feuchte Handtücher oder Laken im Raum aufzuhängen: Beim Trocknen wird der Luft Wärme entzogen. Durch diese sogenannte „Verdunstungskälte“ wird nicht nur das Handtuch, sondern auch die Umgebungsluft, und somit auch die Wohnung, gekühlt.
  6. Dies hilft besonders gut in Kombination mit elektrischen Ventilatoren. Zwar verbrauchen auch sie Strom, aber dieser macht nur einem Bruchteil des Stromverbrauchs einer Klimaanlage aus und entspricht etwa ein bis zehn Energiesparlampen. Schalten aber Sie den Ventilator aus, wenn Sie den Raum verlassen. Denn: Der Ventilator kühlt nicht Zimmertemperatur an sich. Dass wir den Raum als kühler wahrnehmen, liegt an unserer Haut. Diese ist immer mit einem dünnen Feuchtigkeitsfilm überzogen. Verdunstet dieser Film, kühlt die Haut ab. Je mehr Feuchtigkeit verdunstet, desto größer die Kühlwirkung. Durch den Wind, den ein Ventilator gibt, verdunstet nun ein großer Teil diese Schicht und wir nehmen eine Kühlwirkung wahr, der Raum ist aber immer noch in derselben Temperatur.
  7. Eine weitere Möglichkeit, die Temperaturen im und am Haus zu senken, sind viele Pflanzen auf Flächen und Fassaden. Eine grüne Umgebung hat sogar gleich mehrere Vorteile: Die Pflanzen binden Feinstaub und CO2 und verbessern so die Luftqualität. Außerdem verdunsten sie über ihre Blätter Wasser und senken so die Umgebungstemperatur. Bis zu 5 Grad Kühlung sind dadurch drin.
  8. Elektrogeräte im Standby-Modus ausschalten: Denn diese sind eine nicht zu verachtende Wärmequelle: Sie sorgen, genauso wie künstliche Beleuchtung, für zusätzliche Wärme. Denn alles, was Strom verbraucht, erwärmt den Raum. Der Verzicht auf Elektrogeräte – oder wenigstens der sparsame Umgang damit – hilft nicht nur gegen die Hitze: Sie sparen außerdem wertvolle Energie und tun somit etwas Gutes für Umwelt und Geldbeutel.

Ansonsten sorgt auch eine Dusche oder ein Getränk bei heißen Temperaturen für eine Erfrischung. Wichtig dabei: Beides nicht eiskalt, sondern nur lauwarm genießen. Sonst muss Ihr Körper wieder viel Energie zum Erwärmen aufwenden – und Sie schwitzen schlimmer als davor.

Sonja Dlugosch für Rio Konkret und den Energiedialog Wasserburg 2050
Teil 9 der Serie aus den Wasserburger Heimatnachrichten - veröffentlicht am 17. Juli 2020