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Klimafreundlich leben: Stromsparpotenziale nutzen

Stromsparpotenziale nutzen

Auch wenn Strom einen eher geringen Anteil an den CO2-Emissionen pro Kopf einnimmt, gewinnt er gerade in diesen Tag an Bedeutung. Denn jetzt wo wir alle mehr zu Hause sind, wird dort auch mehr gekocht, mehr gearbeitet, gelernt, gegammelt. Und somit auch deutlich mehr Strom verbraucht. Eine gute Gelegenheit einmal seinen Stromverbrauch kennenzulernen – und ihn trotz Lockdown mindestens zu halten, wenn nicht sogar zu senken und damit gutes für Klima und Geldbeutel tun. Doch was sind die Bereiche mit dem höchsten Stromverbrauch und was kann getan werden?

Info-/Unterhaltungselektronik:

Der Bereich, der am meisten Spaß macht, verbraucht mit einem Anteil von 27% am Gesamtstromverbrauch eines durchschnittlichen Haushaltes leider am meisten Strom. Durch HomeOffice und HomeSchooling werden die Geräte wahrscheinlich bei den meisten jetzt noch intensiver genutzt. Für alle gilt: Standby-Betrieb vermeiden und Stecker ziehen, wenn Laptop oder Smartphone aufgeladen sind. Zudem kann das Senken der Bildschirmhelligkeit und das Setzen aller Häkchen unter Energiesparen in den Systemeinstellungen einiges bewirken. Laptops verbrauchen übrigens deutlich weniger Strom als ein PC. Und bei Fernsehern spielt oft die Bildschirmgröße eine wichtige Rolle: Je größer dieser ist, umso mehr Strom wird benötigt. Und wer hätte es gedacht: Gemeinsam mit der Familie einen Film schauen kostet deutlich weniger Strom, als wenn dies jeder alleine vor seinem eigenen Fernseher macht.

Kühlen und Gefrieren:

Folgt auf Platz 2 mit einem Anteil von 17% am Gesamtstromverbrauch. Dies wird sich trotz „Daheimbleiben“ nicht großartig verändern. Denn der Kühlschrank ist sowieso immer an. Wichtigster Tipp: Regelmäßig abtauen. Denn eine Eisschicht von nur einem Zentimeter erhöht den Stromverbrauch des Kühlschranks bereits um 10 bis 15 %. Die empfohlene Temperatur liegt übrigens bei 7°C, die fürs Gefrierfach bei -18°C. Und: Ist ein Kühlschrank gut gefüllt, arbeitet das Gerät effizienter. Denn gekühlte Produkte sind auch ein Kältespeicher.

Waschen:

Mit 13% Anteil am Stromverbrauch wird dieser während Corona eher sinken, da bei vielen weniger Außerhaus-Kleidung benötigt wird. Aber auch hier kann das ein oder andere beachtet werden: Eine volle Waschmaschine verbraucht bei 30 °C nur halb so viel Strom wie eine halbvolle bei hohen Temperaturen. Aber: Höhere Temperaturen töten Keime deutlich besser, weshalb im Krankheitsfall aber eher aufgedreht werden sollte. Anstatt mit dem Trockner die Wäsche lieber auf der Wäscheleine trocknen lassen. Das spart nicht nur Unmengen an Strom, sondern die Sonne wirkt zudem keimabtötend.

Kochen:

Macht mit 11% einen kleineren Anteil am Stromverbrauch aus. Allerdings mit steigender Tendenz, denn momentan wird in den Haushalten mehr gekocht. Hier gilt es vor allem die klassischen Stromspartipps zu beachten: Passenden Topfdeckel, Restwärme und wenig Wasser nutzen sowie auf Vorheizen verzichten. So gehen nach einer Faustregel bei einem falschen Deckel bereits 30% der Energie ungenutzt verloren. Regelmäßiges Entkalken des Wasserkochers mit Essigessenz spart ebenfalls Strom.

Licht:

Dieser Verbrauch ist mit 9% Anteil am Gesamtverbrauch relativ gering und wird jetzt, wo die Tage länger werden sicherlich noch weniger. Wenn Sie Ihre Leuchten bereits auf LED umgerüstet haben, sind Sie gut aufgestellt. Sie verbrauchen rund 80% weniger Strom als die alten Glühbirnen. Ansonsten gilt: Licht ausschalten, wenn es nicht gebraucht wird.

Spülen:

Fällt immerhin mit 7% ins Gewicht und wird mit Corona gewiss mehr. Eine Spülmaschine ist deutlich effizienter als alles mit der Hand zu spülen. Machen Sie am besten die Spülmaschine erst an, wenn sie wirklich voll ist. Wenn das Geschirr nur leicht verschmutzt ist reichen auch Kurzprogramme. Am besten sind Eco-Programme – Sie verbrauchen weniger heißes Wasser und sind effizienter.

Wenn Sie das Potenzial Ihres Haushaltes beim Stromverbrauch genauer in Erfahrung bringen möchten, finden Sie auf co2online.de Durchschnittswerte zum Vergleich für jede Haushaltsgröße. Ihr bisheriger Jahresstromverbrauch in Kilowattstunden (kWh) steht übrigens auf Ihrer letzten Stromrechnung.

Und der wichtigste Tipp zum Schluss: Mit dem Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter senken Sie Ihren CO2-Ausstroß beim Strom direkt auf Null.

Sonja Dlugosch für Rio Konkret und den Energiedialg Wasserburg 2050
Teil 4 der Serie aus den Wasserburger Heimatnachrichten - veröffentlicht am 30. April 2020