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Klimafreundlich leben: Mit Essen den CO2-Fußabdruck reduzieren

Der siebte Teil unserer Serie beschäftigt sich mit Essen. Denn: Ein Viertel aller Treibhausgase entstehen bei der Herstellung von Lebensmitteln. Insofern ist unser Essen ein wichtiger Hebel, um den eigenen CO2-Fußabdruck zu verkleinern und dadurch das Klima zu entlasten. Der Konsum von Fleisch und tierischen Produkte, intensive Landwirtschaft, lange Transportwege sowie die Verschwendung von Lebensmitteln verursachen dabei besonders viel CO2. Das können Sie tun:
 
Fleisch und tierische Produkte seltener und dafür bewusster essen: Tierische Lebensmittel verbrauchen viele Ressourcen (z.B. Wasser und Land) und erzeugen große Mengen an Treibhausgasen. Allen voran Kühe und Rinder durch den Ausstoß von Methan, das 25x so klimaschädlich wie CO2 ist. Zudem beansprucht die weltweite Fleischproduktion 70% aller Ackerflächen als Weiden und für den Futteranbau. So muss z. B. der Amazonas zu großen Teilen dem für die Tierfütterung benötigten Soja weichen. Mehr als 80 % des nach Deutschland importierten Soja stammen aus Südamerika. Nur ein ganz kleiner Teil (ca. 2 Prozent) des Sojas wird für Sojamilch, Tofu und ähnliche Produkte genutzt – und der wächst meistens auf europäischen Äckern.

Auch gut zu wissen: Um eine Kalorie Fleisch auf dem Teller zu haben, sind im Schnitt bereits rund zehn Kalorien Getreide verbraucht worden - zum Teil aber auch bis zu 30. Würde man also das Getreide direkt essen, würden deutlich weniger Anbauflächen benötigt bzw. könnten mit der gleichen Fläche deutlich mehr Menschen satt gemacht werden. Daher ist ein Wechsel von tierischen zu pflanzlichen Produkten unser Tipp Nummer 1. Tauscht man beispielsweise Butter gegen Margarine aus, spart man pro Jahr 47 kg CO2 – das entspricht einer Autofahrt von Wasserburg bis an den Gardasee. Und mit einem Kilo Rindfleisch würden Sie mit dem Auto immerhin bis nach Bozen kommen. Wildfleisch ist hier z.B. eine gute Alternative, da es kaum negative Umweltauswirkungen hat.
 
Bio, regional und saisonal kaufen: Wer beim Einkauf auf all diese drei Faktoren achtet, kauft nicht nur meist beste Qualität, sondern spart auch viel CO2. Gerade die Erwartung der ständigen Verfügbarkeit von Lebensmitteln trägt maßgeblich zu hohen CO2-Emissionen bei. Erdbeeren an Weihnachten, Spargel im Februar sorgen nicht nur durch lange Transportwege für mehr CO2. Oft sind auch die Anbaubedingungen in den jeweiligen Ländern alles andere als (klima-) optimal. So werden z.B. in Andalusien, dem „Gewächshaus Europas“, aufgrund dessen die Grundwasser-Vorräte knapp. Aber auch Chile hat mit dem hohen Wasserbrauch für die bei uns so beliebten Avocados zu kämpfen. Bio sorgt zudem für mehr Artenvielfalt, fruchtbare Böden und weniger Verschmutzung von Luft und Wasser. Hätten Sie gewusst, dass Orangensaft 3x so viel CO2 im Gepäck hat wie Saft aus heimischen Äpfeln, und asiatischer Reis 15x so viel wie heimische Kartoffeln?

Essen ist kein Abfall: Nichtsdestotrotz landen laut Bundesumweltamt in Deutschland jährlich mindestens 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. 5 % der gesamten Treibhausgasemissionen Deutschlands entstehen durch solche Lebensmittelverluste. Deshalb können Sie schon viel für das Klima tun, wenn Sie nur die Mengen kaufen, die Sie auch wirklich verbrauchen.
 
Selber kochen: Wer selber kocht mit frischen Zutaten, hält das Zepter in der Hand und kann die klimafreundlichsten Zutaten aussuchen. Außerdem braucht alles, was verarbeitet wird, Energie und damit auch CO2.

Gerade jetzt im Sommer, wo auch bei uns die Natur eine große Vielfalt an frischen Lebensmitteln zu bieten hat, wäre der ideale Zeitpunkt, in diese Themen hineinzuschnuppern – falls Sie es nicht schon längst getan haben.

Sonja Dlugosch für Rio Konkret und den Energiedialog Wasserburg 2050
Teil 7 der Serie aus den Wasserburger Heimatnachrichten - veröffentlicht am 19. Juni 2020