Stadt Wasserburg am Inn

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KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz

Tag des offenen Denkmals® am 11. September

Unter dem diesjährigen Motto "KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz" lockt in Wasserburg zum Tag des offenen Denkmals® am 11. September ein spannendes und vielfältiges Programm mit interessanten Einblicken aus erster Hand hinter die Kulissen von einmaligen lokalen Kulturstätten. Erkunden Sie gemeinsam mit Experten vor Ort die zahlreichen Spuren der vergangenen Zeiten und lauschen Sie den vielen Geschichten, welche die historischen Mauern und Plätze zu erzählen haben.

Spezialisten aus Fachgebieten wie Restaurierung, Architektur, (Kunst-)Geschichte, Archäologie oder Handwerk forschen zusammen an Fragestellungen, wie und welche Spuren Menschen über die Zeiten hinweg an Denkmalen hinterlassen haben, wie diese einzuordnen, welche Auskünfte und Informationen daraus abzuleiten sind und vor allem, was wir hiervon für unser zukünftiges Handeln lernen können.

Auch in Wasserburg sind vielerorts solche Sachverständigen unterwegs, die als Spurensucher die Bausubstanz alter Gebäude durchleuchten. Am Tag des offenen Denkmals® werden einige von ihnen exklusiv durch ihre Arbeitsstätten führen und von ihren aufschlussreichen Erkenntnissen berichten.

So wird Dr. Hans Rohrmann, der Fachreferent für kirchliche Kunstpflege, gemeinsam mit den beteiligten Restauratoren und Architekten außergewöhnliche Impressionen in die Restaurierung unserer Stadtpfarrkirche St. Jakob geben. Die Restauratorin Petra Schwaerzel ist zur Zeit an der Innenausstattung von St. Achatz tätig und wird ihre Vorgehensweise sowie aktuellen Arbeitsfortschritte vorstellen. Aber nicht nur Wasserburger Kirchenbauten werden aufwendig saniert, auch einige Privathäuser in der Altstadt – wie beispielsweise das Gebäude von Häckl Optik in der Bruckgasse 1. Die beiden Restauratoren Armin Göttler und Susanne Raffler betreuen das Projekt und werden sowohl die Methodik als auch die bemerkenswerten Ergebnisse ihrer Bauforschung erläutern. Zudem kann man sich mit Stadtarchivar Matthias Haupt und Fritz Neuner von den Stadtwerken auf eine Wanderschaft entlang des Mühl- und Wuhrbaches begeben und den Spuren der Gewerbe am Wasser folgen. Museumsleiterin Sonja Fehler wird in einer Hausführung aufzeigen, welche Erzählungen dem Mauerwerk unseres Stadtmuseums zu entlocken sind.

Das Museum Wasserburg ist von 13 bis 17 Uhr und die Sammlung „Wasserburg aus fünf Jahrhunderten“ von 13.30 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet.

Alle anderen Angebote sind ebenfalls kostenfrei.

Programm

10 bis 10.45 Uhr und 11 bis 11.45 Uhr

Leprosenhauskirche St. Achatz
Die praktische Arbeit in der Denkmalpflege live

Führung, Treffpunkt: Vor der Kirche St. Achatz, Achatzstraße 6

Derzeit wird die Kirche St. Achatz restauriert. Sie wurde Ende des 15. Jahrhunderts errichtet und mehrfach umgestaltet. Das heutige Erscheinungsbild des Innenraumes geht auf die letzte Neugestaltung in der Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Anhand der Restaurierung der gefassten Ausstattung (drei neugotische Altäre, Eingangsgitter, Türen etc.) werden das denkmalpflegerische Konzept, die daraus resultierenden Maßnahmen und deren restauratorische Umsetzung erläutert. Die Führung durch die ausführende Restauratorin Petra Schwaerzel ermöglicht Einblicke in die aktuell laufenden Arbeitsprozesse der Denkmalpflege vor Ort.

Für diese Führung ist eine Anmeldung bis 9. September unter 08071-925290 erforderlich!

      

10 bis 10.45 Uhr und 13 bis 13.45 Uhr

Ein Wasserburger Bürgerhaus wird saniert

Führung, Treffpunkt: Vor Häckl Optik, Bruckgasse

Das auf das 15./16. Jahrhundert zurückgehende Bürgerhaus in der Bruckgasse 1 (Häckl Optik) wird derzeit saniert. Dabei wird das Gebäude in seiner historischen Substanz weitgehend erhalten. Die Diplomrestauratoren Armin Göttler und Susanne Raffler erläutern die Konservierung und Restaurierung barocker Türen, eines Freskos aus dem 16. Jahrhundert sowie ihre Arbeiten an den spätgotischen Decken. Bei der Führung erhalten die Teilnehmenden auch Eindrücke von der ursprünglichen Struktur des Hauses, welches ehedem über einen Saal verfügte und – was Tür- und Mauerfunde zeigen – früher einmal bis zum Marienplatz vorreichte.

  

11 bis 12.30 Uhr und 14 bis 15.30 Uhr

KulturSpur! Wanderung entlang des Mühl- und Wuhrbaches

Wanderung, Treffpunkt: Vor dem Stadtarchiv, Kellerstraße 10

Wie nutzte man die Wasserkraft des Baches und leitete ihn durch das Wuhrtal? Bei der geschichtlichen Wanderung mit Stadtarchivar Matthias Haupt und Fritz Neuner von den Stadtwerken spüren wir den historischen Gewerben am Gewässer auf der Grundlage der Archivquellen nach und begeben uns auf die Suche nach heute noch sichtbaren Elementen und Gebäuden, die hiermit verbunden sind oder waren. Die Führung schließt mit einem Blick ins Innere des heuer sanierten Wuhrwerkes, welches die Stadt im Jahr 1928 ankaufte.

  

13 bis 13.40 Uhr, 14.30 bis 15.10 Uhr
und 16 bis 16.40 Uhr

Die Restaurierung der Stadtpfarrkirche
St. Jakob

Führung, Treffpunkt: Nordportal St. Jakob, Kirchhofplatz 5

Die Wasserburger Stadtpfarrkirche St. Jakob gehört zu den großen spätgotischen Hallenkirchen Altbayerns. Die spätestens um 1200 errichtete Vorgängerkirche wurde im Laufe des 15. Jahrhunderts durch den noch heute existierenden Bau von Hans von Burghausen, Stephan Krumenauer sowie Wolfgang Wiser ersetzt. Seit einigen Jahren wird St. Jakob nun aufwendig saniert. Der Fachreferent für kirchliche Kunstpflege, Dr. Hans Rohrmann, erläutert das Gesamtkonzept der Konservierung und Restaurierung. Die derzeit laufenden Arbeiten der Restaurierung der Sakristei und der Außenfassade werden den Teilnehmenden zudem aus erster Hand durch die beteiligten Restauratoren und Architekten geschildert.

  

13 bis 13.45 Uhr, 14 bis 14.45 Uhr und 15 bis 15.45 Uhr

Wasserburger Rathaussäale und Altes Archiv

Führung, Treffpunkt: Foyer des Rathauses, Eingang Marienplatz 2

Im kleinen Rathaussaal mit seinen originalen Fresken von 1564 wurden in früheren Jahrhunderten die Versammlungen des Stadtrates, aber auch einiger „Kreistage“ abgehalten. Im Tanzhaus, dem heutigen großen Rathaussaal, fanden hingegen Feierlichkeiten, Konzerte und Empfänge statt. Seine einzigartige Bemalung im Stil der Neo-Renaissance stammt aus den Jahren 1902–1904. Abgerundet wird die Führung mit Edeltraud Scharlach durch die Besichtigung der Räumlichkeiten des Alten Stadtarchivs.

   

13 bis 13.45 Uhr, 15 bis 15.45 Uhr und 16 bis 16.45 Uhr

Vom Bürgerhaus zum Museum
Ein Streifzug durch die Jahrhunderte

Hausführung, Treffpunkt: Foyer des Museums, Herrengasse 15

Mit Museumsleiterin Sonja Fehler erlebt man eine Hausführung durch das gesamte Museumsgebäude. Bei diesem handelt es sich um ein im Kern gotisches Handelshaus, das über die Jahrhunderte fortlaufend modernisiert und neuen Nutzungsanforderungen angepasst wurde. Zeitenwenden und Umbrüche, wie die zwischen Gotik und Renaissance, zeichnen sich ab. Jede Generation hat ihre Spuren hinterlassen, die es zu entdecken gilt. Die Führung erläutert dabei auch das kriminalistische Vorgehen der Bauforscher und verweist auf verborgene Details.

Es müssen drei Treppen überwunden werden!

  

14 bis 15 Uhr

Wasserburg in Kunst und Handwerk
Die Sammlung „Wasserburg aus fünf Jahrhunderten“

Museumsführung, Treffpunkt: Foyer der Sammlung im Brucktor, Bruckgasse 2

In den historischen Räumen des ehemaligen Spitals werden ausgewählte Objekte der umfangreichen Ausstellung in einer Führung präsentiert. Dabei erfährt man mit Gerd Riedmeier eine Spurensuche durch 500 Jahre Wasserburger Geschichte mit dem Höhepunkt „Wasserburger Saal“ aus dem 14. Jahrhundert.

Es müssen Treppen überwunden werden!

  

16 bis 16.30 Uhr

Wasserburger Fayencen,
die es "angeblich nicht gibt"

Vortrag, Treffpunkt: Wasserburger Saal, Sammlung "Wasserburg aus fünf Jahrhunderten" im Brucktor, Bruckgasse 2

Sie sind eine echte Besonderheit: Wasserburger Fayencen! Bisher waren sich Experten einig, dass Fayencen im Alpenland nur in Dießen, Salzburg und Gmunden zu finden seien. Bernd Joa erläutert, weshalb diese Annahme mittlerweile nicht mehr haltbar ist und belegt dies an Objekten, deren Herkunft sicher in Wasserburg verortet werden kann.

Programm für Kinder

13 bis 17 Uhr

Treppauf treppab: Suchspiel und Rallye

Museum Wasserburg, Herrengasse 15

Mit einem Suchspiel oder einer Rallye entdecken jüngere Besucher das Museum Wasserburg als Innsalzachhaus. So geht es auf den Spuren der ehemaligen Bewohner von den Arkaden über die gotische Wohnhalle und die alte Küche bis unter das Grabendach.

  

13 bis 17 Uhr

Stadtrallye

Ausgabe im Museum Wasserburg, Herrengasse 15

Auch die Jüngsten können mit einer Rallye die historische Altstadt Wasserburgs entdecken. Auf die erfolgreichen Spurensucher wartet an der Museumskasse eine kleine Belohnung.

  

Der Tag des offenen Denkmals® und sein diesjähriges Motto „KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz“

Eng verbunden mit den European Heritage Days, die 1991 vom Europarat erstmals ausgerufen wurden, findet der Tag des offenen Denkmals® deutschlandweit seit nunmehr fast 30 Jahren unter der Koordination der Deutschen Stiftung Denkmalschutz jährlich statt: immer am zweiten Sonntag im September und jedes Mal unter einem anderen prägnanten Motto.

Dieses Jahr gehen wir gemeinsam auf „KulturSpur“. Denkmale – wie beispielsweise Wohnhäuser, Kirchen oder Industriebauten –, sie alle sind nicht nur Überlieferer von vergangenen Zeiten und Geschichtenerzähler ihrer Bewohner, sondern auch Hinweisgeber auf Veränderungen im Stilgeschmack oder der Bewertung ihrer historischen Relevanz. So sind Bauwerke selten gänzlich in ihrem Originalbestand erhalten. Über die vielen Jahre und Jahrhunderte ihres Bestehens können sie je nach aktueller Mode und Nutzungszweck umgebaut, verändert, erweitert oder auch verkleinert worden sein – mal sensibel und ästhetisch ansprechend, mal jedoch rabiat und unbedacht. In beiden Umständen werden sie alle ein „Fall für den Denkmalschutz“. Dabei ermitteln – ähnlich wie kriminalistische Spurensucher – Experten aus den Gebieten Restaurierung, Architektur, Geschichte, Archäologie oder Handwerk. Sie forschen zusammen nach Fragestellungen, wie und welche Zeugnisse Menschen über die Zeit an Denkmalen hinterlassen haben, wie diese zu bewerten, welche Hinweise und Schlussfolgerungen daraus abzulesen sind und vor allem, was wir hiervon für unser künftiges Handeln lernen können.

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