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Aktuelle Meldungen bis Dezember 2019

Medikamentenabhängigkeit - die stille Sucht

[Artikel vom 30.10.2019]

In Deutschland gelten ähnlich viele Menschen als süchtig von Medikamenten wie von Alkohol und die Tendenz ist eindeutig weiter ansteigend.

Die immer intensivere Einnahme dabei vor dem Hintergrund, einer auf Leistung und Fitness getrimmten gesellschaftlichen Grundstimmung. Die Zunahme an psychischen Erkrankungen aller Art ist dafür ebenfalls ein deutliches Zeichen. Für den schnellen Griff zur Tablette sind aber auch die Patienten selbst mitverantwortlich. Bereits bei leichten seelischen Belastungen verlangen viele vom Arzt stimmungsregulierende Psychopharmaka.

Problematisch ist dabei insbesondere die zu lange oder anders als verordnete Einnahme von Medikamenten. Viele Präparate erzeugen bereits nach wenigen Wochen starke Gewöhnungseffekte. Selbst die modernen und als weniger süchtig machend beworbenen Stoffe aus der Gruppe der Z-Drugs sollten nicht länger als unbedingt notwendig eingenommen werden. Ohne die Einschätzung eines Facharztes sowie der Prüfung alternativer

Behandlungsmethoden, sollten Psychopharmaka generell nicht über mehrere Monate hinweg eingenommen werden. Wichtig ist neben der medikamentösen Behandlung immer auch die Frage nach den möglicherweise psychisch bedingten Ursachen für die Beschwerden.

Menschen mit problematischem Medikamentengebrauch sind im Alltag häufig sehr lange unauffällig. Dies führt unter anderem dazu, dass die Sucht lange von Angehörigen unentdeckt bleibt. Überdurchschnittlich viele Betroffene sind außerdem weiblich oder Menschen jenseits des 60. Lebensjahres. Auf sie alleine fallen schon über die Hälfte der jährlich verordneten Medikamente.

Warnsignale sind denen anderer Suchtmittel ganz ähnlich: regelmäßige oder auch schon vorbeugende Einnahme von Tabletten, Abweichungen von der vorordneten Dosis oder Verschreibungen von verschiedenen Ärzten. Vorsicht ist auch geboten, wenn die eingenommene Dosis immer weiter gesteigert werden muss, um noch eine Wirkung zu erzielen. Aber Achtung, Medikamente dürfen nicht einfach so abgesetzt werden!

In unserer Beratungs- und Behandlungsstelle bieten wir für Betroffene ein Angebot zum ärztlich begleiteten Absetzen der Medikamente und mit unterstützender therapeutischer Behandlung an. Betroffene oder Angehörige können sich kostenlos und unter Schweigepflicht bei neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim beraten lassen. Tel. 08031- 30 42 300, www.neon-rosenheim.de.

Wer sind wir?

neon – Prävention und Suchthilfe ist eine 2010 gegründete, gemeinnützige Stiftungsgesellschaft aus Rosenheim. Wir werden vom Bezirk Oberbayern sowie dem Landkreis und der Stadt Rosenheim finanziell gefördert und gehören dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Bayern an. Unser Anliegen ist es, Menschen mit problematischem Suchtmittelkonsum frühzeitig zu erreichen und abhängigen Menschen ein modernes ambulantes Therapieangebot zu machen. Aktuell zählt unser Team 15 Kolleginnen und Kollegen, jährlich beraten wir ca. 2.500 Personen und halten 40 ambulante Therapieplätze vor.