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Photovoltaik auf dem Rathausdach
[Artikel vom 18.09.2026]
Auf dem historischen Rathaus in Wasserburg wurde letzte Woche eine Photovoltaikanlage installiert. Das Projekt zeigt, dass nachhaltige Energiegewinnung auch an besonders sensiblen historischen Gebäuden möglich ist – mit sorgfältiger Planung und in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz.
Besonders ist das Projekt mit Blick auf die Lage der Photovoltaikanlage: Große Teile des Rathausdaches können aufgrund ihrer historischen Bedeutung und besonderen städtebaulichen Signifikanz nicht ohne weiteres mit PV-Anlagen versehen werden.
Damit das besondere Flair der Wasserburger Altstadt bewahrt bleibt wurde 2023 die Wasserburger Gestaltungssatzung vollständig neu überarbeitet. Hierbei wurde auch bereits an erneuerbare Energien gedacht: Unter dem Punkt „Solaranlagen auf / an Dächern“ wurde ein Rahmenplan erstellt und die Altstadt in vier Kategorien aufgeteilt. In diesen Kategorien wird definiert unter welchen Anforderungen Photovoltaikanlagen verbaut werden dürfen.
Große Teile des Rathausdaches fallen demnach in die sensibelste Kategorie. Um trotzdem die Photovoltaikanlage umzusetzen, wird nun die Dachfläche auf der Nordseite genutzt, die kaum einsehbar ist. Im Rahmen eines denkmalschutzrechtlichen Erlaubnisverfahrens wurde die Umsetzung gemeinsam mit den zuständigen Denkmalschutzbehörden abgestimmt und ermöglicht.
Rund 50 kWp auf 95 Modulen
Auf dem Metalldach auf der Nordseite des Rathauses wurden insgesamt 95 Photovoltaikmodule mit einer Gesamtleistung von rund 50 kWp installiert. Die Module sind satzungskonform dachparallel in sieben Bereichen angeordnet und passen sich dem vorhandenen Dachgefälle an.
Geplant und umgesetzt wurde die Anlage durch den städtischen Hochbau unter der Projektleitung von Herrn Christopher Müller gemeinsam mit dem Planbüro F aus Rechtmehring und dem Fachplaner Niklas Fischer. Aufgrund des hohen Stromverbrauchs des Rathauses kann ein großer Teil des erzeugten Stroms direkt vor Ort genutzt werden. Die Anlage ist auf einen hohen Eigenverbrauch ausgelegt, wodurch die Anlage trotz der nördlichen Dachflächen auch ohne Batteriespeicher wirtschaftlich ist.
Positives Beispiel für die Altstadt
Die Installation auf einem bedeutenden historischen Gebäude ist damit ein besonderes Projekt für den Photovoltaikausbau in Wasserburg. Der Aufwand für Planung, Gestaltung und Abstimmung zeigt zugleich: Der Schutz des historischen Stadtbildes und der Ausbau erneuerbarer Energien können miteinander verbunden werden. Das Rathaus kann damit auch als Beispiel und Anregung für Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer in der Altstadt dienen, um eigene Photovoltaik-Projekte umzusetzen.
Weitere Informationen zur Gestaltungssatzung und zu den Regelungen für Solaranlagen: www.schoenes-wasserburg.de