Stadt Wasserburg am Inn

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Was ist eine Buch- oder Archivalienpatenschaft - Was bedeuten Konservierung und Restaurierung von Archivalien im Stadtarchiv Wasserburg a. Inn?

Bereits vor sechs Jahren startete das Stadtarchiv das Projekt der Buch- oder Archivalienpatenschaften. 25 Patenschaften sind seither übernommen worden. Die Restaurierungsprojekte des Jahres 2009/2010, die auch aus den zuletzt übernommenen Patenschaften mitfinanziert werden konnten, wurden jüngst fertig gestellt und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Stadt Wasserburg a. Inn investiert seit 2002 jährlich ca. 15 000 € für dringliche Restaurierungs- und Verfilmungsmaßnahmen an Archivgut. So konnten bis 2004 an 15 Landtagsprotokollen des 16. und 17. Jahrhunderts umfangreiche Restaurierungen und Konservierungen vorgenommen werden, die diese wichtige frühneuzeitliche Quelle vor dem sicheren Zerfall retteten. Im Jahr 2004/2005 wurden einige Bände wichtiger Stadtrechtssammlungen in gebundener, handschriftlicher Kopial-Überlieferung des 14.- 16.Jahrhunderts, das Wasserburger Passionsspiel aus dem Jahr 1737, die Chronik der Stadt Wasserburg, einige wertvolle Werke der Bibliotheksbestände, darunter auch Teile des Inkunabelbestandes sowie die wertvollen Wappen- und Ahnenbücher des 17. Jahrhunderts restauriert oder durch neuen Bindungen gesichert. In den Jahren 2006-2008 konnte die Restaurierung von umfangreichen beschädigten seriellen Quellen mit wertvollen Ratsprotokollen, Bänden des Heilig-Geist-Spitals und weiterer Stiftungen begonnen werden. Mit der Übernahme und Erschließung von Archivbeständen des alten Archivs der Stadt Wasserburg wurden auch 2009 hauptsächlich Archivalien dieses Archivbestandes restauriert: Akten und Urkunden der Stiftungen, Kopialbücher und Rechnungsbände, vornehmlich der Wasserburger Bruderhausstiftung. Zusätzlich wurden ältere Weichbroschuren aus dem Bibliotheksbestand „Wasserburger Geschichte“ sowie Zeitungsbände, die durch häufige Nutzungen schon stark in Mitleidenschaft gezogen waren, neu eingebunden.

Im Aufgabenbereich der Verfilmung wird die Zeitungssammlung weiter digitalisiert – 2009/2010 sind wir nun schon bis zum Jahr 1960 vorgedrungen. Damit sind die Wasserburger Zeitungen von 1839 bis 1960 komplett digitalisiert und die Originalbände konservatorisch gesichert worden.
In Wasserburg begann man, dank der Weitsicht der damals Verantwortlichen, schon frühzeitig mit Sicherungsmaßnahmen an Archivgut. So wurde schon seit 1978 das alte Archiv der Stadt, das bis in das Jahr 1301 zurückreicht, teilweise verfilmt und dauerhaft für die Zukunft gesichert. Diese Maßnahmen, die die Stadt mit eigenen finanziellen Möglichkeiten trifft, sind bereits umfangreich gewesen und werden kontinuierlich fortgesetzt.

Wichtige und dringliche Restaurierungsprojekte können nun seit 2002 systematisch und durch fachlich ausgebildete Restauratoren umgesetzt werden. Dennoch gibt es weiterhin Nachholbedarf, da vor der hauptamtlichen Besetzung des Archivs keine Restaurierungen an Archivgut veranlasst worden sind, der Bestand des alten Archivs aber sehr umfangreich ist. Der Bedarf an Restaurierungen wird in Wasserburg also in Zukunft weiterhin höher sein, als durch städtische Mittel allein finanziert werden kann.

Das Stadtarchiv bittet deshalb um Ihre Mithilfe zur gemeinsamen Sicherung unseres „Stadtgedächtnisses“. Übernehmen Sie die Patenschaft für ein beschädigtes Buch oder eine alte, wertvolle Handschrift. Wir beurkunden Ihre Patenschaft, die Sie berechtigt, das restaurierte Werk jederzeit im Original im Stadtarchiv anzuschauen oder unentgeltliche Reproduktionen anzufertigen.

Auswahl des Buches oder der Archivalie

Vor der Übernahme einer Buchpatenschaft besteht die Möglichkeit bei einem Besuch im Stadtarchiv von Stadtarchivar Matthias Haupt auf besonders gefährdete Bestände hingewiesen zu werden, um gemeinsam eine sinnvolle Auswahl für eine Patenschaft zu treffen.