Stadt Wasserburg am Inn

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Sonderveröffentlichungen

Nr. 1

Ferdinand Steffan: Wasserburger Bildhauer des Barock

Neues Buch ab sofort im Buchhandel und im Stadtarchiv Wasserburg a. Inn zum Preis von 24,90€ erhältlich...

In jahrelanger Forschungstätigkeit hat Ferdinand Steffan die Quellen zu den Künstlern gesichtet und ist deren Werken nachgegangen. Das Ergebnis ist nun auf 235 Seiten und knapp 400 Bildern zusammengefasst.

Fragt man nach barocken Bildhauern in Wasserburg, so wird man vielleicht die Namen Zürn und Hartmann hören, bei Nachfragen zu Werken wird man gerade noch auf die „Zürn-Kanzel“ oder die Ritterheiligen des einstigen Hochaltares von St. Jakob verwiesen, zu Hartmann dürften die Antworten sehr mager ausfallen. Dabei gibt es in den Kirchen des Umlandes durchaus mehr Werke der Gebrüder Zürn und die Bildhauerfamilie Hartmann hat fast 200 Jahre, schließt man die Nachfolgerwerkstätten noch ein, den gesamten Raum mit Figuren beliefert. In Zusammenarbeit mit namhaften Kunsthistorikern konnten eine Vielzahl von Werken dokumentiert werden und die Handschriften der einzelnen Meister in Ansätzen herausgearbeitet werden, um künftig Hilfen für Identifizierungen zu haben. Manch vertraute Zuschreibung musste korrigiert und für den bislang kaum fassbaren Gregor Pichler, Schüler von David Zürn und Bruder von dessen Frau, konnte erstmals ein Werkverzeichnis erstellt werden. Da Bildhauer, Kistler und Maler in der Regel ein festes Team bildeten, das über Jahre sich die einzelnen Arbeiten teilte, lassen sich nun auch Rückschlüsse von den Schnitzern auf andere Kunsthandwerker ziehen. Somit gibt der gut ausgestattete Band nach Dokumentationen über die Wasserburger Goldschmiede, Hafner und Büchsenmacher erstmals einen Überblick über die Bildhauer in der kurfürstlichen Stadt Wasserburg, die beileibe nicht immer friedlich miteinander umgegangen sind. Während die Werkstatt von David, Martin und Michael Zürn sowie Gregor Pichler nach kurzer Zeit wieder erlosch, behaupteten sich die Nachfolger von Jeremias Hartmann und Jakob Laub noch über drei Generationen und statteten Kirchen und Klöster aus, ehe das Rokoko den hergebrachten Stil verdrängte. Der Raum ihrer Tätigkeit reicht von St. Wolfgang bis Leonhardspfunzen und von Beyharting bis nach Mühlberg b. Waging. Klöster wie Gars, Au a. Inn, Beyharting, Herrenchiemsee und Kollegiatsstifte wie St. Wolfgang und Dorfen waren ihre Auftraggeber. In den „Kirchenführern“ finden diese Meister wenn überhaupt, dann nur beiläufig Erwähnung. Vielleicht ändert sich diese Einschätzung einmal, wenn das Gesamtwerk von Jeremias Hartmann, Jakob Laub, Adam Hartmann, Georg Ferdinand Hartmann und Simon Judas Thaddäus Hartmann in den Focus der Kunsthistoriker gerät – die Basis dafür ist jedenfalls mit dieser ersten Bestandsaufnahme geschaffen. Dem örtlichen Kunstliebhaber aber mag dieser Band als Anregung für eigene Exkursionen dienen, um der Bedeutung Wasserburg als Zentrum barocker Bildhauerei nachzuspüren.

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