Stadt Wasserburg am Inn

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Heimat am Inn 24/25

Heimatverein (Historischer Verein) e.V. Wasserburg (Herausgeber):

Heimat am Inn 24/25, Beiträge zur Geschichte, Kunst und Kultur des Wasserburger Landes,

Wasserburg, Die Bücherstube, 2006.
ISBN: 3 - 9808031 - 8 - x, Verkaufspreis 17,00 Euro

Darin sind folgende Aufsätze enthalten:

  • Ferdinand Steffan: Wasserburger Brunnen – Eine systematische Beschreibung
  • Rudolf Haderstorfer: Franz Lorenz Gerbl, der Gründer der „Aenania“
  • Rudolf Haderstorfer: Die Hausbibliothek der Familie Gerbl
  • Rainer Gimmel: Der beraubte Propst: Die Deckplatte des Tumbengrabmals für Jakob Hinderkircher in der ehemaligen Augustinerchorherrenstiftskirche in Gars am Inn
  • Thomas Götz: Geschlechter-Verhältnisse. Männer und Frauen vor Wasserburger Gerichten des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts
  • Ferdinand Steffan: Die Schlacht bei Hohenlinden und ihre Auswirkungen, dargestellt anhand zweier Tagebücher
  • Jaromir Dittmann-Balcar: Auf der Achterbahn der Wählergunst. CSU und SPD zwischen politischem Neubeginn und gesellschaftlichem Aufbruch (1945–1975) – Das Beispiel Wasserburg am Inn

Aus dem Inhalt:

Das Jahrbuch 2004/2005 des Historischen Vereins Wasserburg beschäftigt sich mit unterschiedlichsten Themen, gibt Antwort auf zahlreiche Fragen und enthält viel Wissenswertes, so zum Beispiel über die 49 Brunnen und Wasserbecken der Stadt von einst und jetzt. Ferdinand Steffan hat nachgeforscht und stellt sie nun in Bild und Text vor.

Dr. Rudolf Haderstorfer erinnert an einen Geistlichen, der in Wasserburg seine Kindheit verbrachte und im Alter von 27 Jahren im fernen Afrika als Missionar starb. Seine Eltern: die Brauereheleute Gerbl; sein Verdienst unter anderem: die Gründung der Studentenverbindung Aenania.

Ein Streiflicht auf das Bildungsbürgertum des 19. Jahrhunderts, dem auch die Gerbls angehörten, wirft ein Blick in die Bibliothek der Familie, aufgelistet und kommentiert ebenfalls von Dr. Haderstorfer.

Dass man aus verstaubten Rats- und Verhörsprotokollen Wesentliches über zugedachte Verhaltensweisen von Mann und Frau, von "Hausvätern", ihren Gattinnen, von jungen Leuten und Witwen herauslesen kann, das beweist Dr. Thomas Götz durch Forschungen über "Geschlechterverhältnisse in der Frühen Neuzeit". Einem bedeutenden Zeugnis der Vergangenheit widmet sich Rainer Gimmel mit der eingehenden Untersuchung des Grabmals von Probst Hinderkircher aus Gars am Inn, mit vergleichenden Betrachtungen zur Klärung der Herkunft und - nebenbei - der Frage, wie man den hohen Würdenträger beraubt hat.

In seinem zweiten Beitrag beschreibt Ferdinand Steffan die sehr einschneidenden Folgen der Ereignisse um die "Schlacht bei Hohenlinden" und in den Jahren nach 1800 für die Bevölkerung der Innstadt sowie des Umlandes. Ergänzt werden die Ausführungen durch den Abdruck von zeitgenössischen Tagebüchern.

Dr. Jaromir Dittmann-Balcar wendet sich schließlich der jüngeren Geschichte zu und zeigt an den Ereignissen im Wasserburger Raum auf, wie sich CSU und SPD in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg bis hin zu den dramatischen Begebenheiten der Gebietsreform in den 1970er Jahren entwickelt haben. Allen Autoren des Doppelbandes 24/25 der "Heimat am Inn" ist es wiederum gelungen, wissenschaftlichen Ansprüchen und den Interessen geschichtsbewusster Laien gleicherweise Rechnung zu tragen, Forschungsergebnisse einzubringen und informativen, durchaus auch spannenden Lesestoff anzubieten.

Der Historiker kommt dabei ebenso zu seinem Recht wie der einheimische Geschichtsfreund, der sich freut, wenn ihm mit Ortsnamen, Gegenständen und Personen Vertrautes begegnet. Fazit: ein beachtens- und lesenswertes Sachbuch!

Hanns Airainer