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Theaterveranstaltungen

Theater Attel

28. September bis 24. Oktober 2007
Theaterveranstaltungen des Musik- und Theatervereins Attel

Theater auf dem Klosterberg Attel
> die befreiung des richard löwenherz in einer stillen aber mondhellen klosternacht <

Des Elends dritter Teil

„Nein, wirklich nicht! Bin ich denn nur vom Wahnsinn umgeben?“ Diesen Abend hat er sich ganz anders vorgestellt. Abt Roche von Attel, ehemals Raubritter zu Königswart, will eigentlich einmal ganz in Ruhe seine Füße waschen – was er ohnehin nur alle halbe Jahre zum Selbstschutz gegen sich erzwingt. Da bricht auch schon das Unheil über ihn herein. Der sonst so ruhige Klosterberg – im 12. Jahrhundert führte noch keine dreispurige Bundesstraße an Attel vorbei – wird von einer Horde ungebetener Besuchern heimgesucht – Kreuzritter auf ihrem Weg, den Richard Löwenherz zu befreien. Der englische Herrscher ist zur Zeit von Herzog Leopold in Wien eingekerkert. Im Kampf vor Jerusalem hatte der Engländer seinen österreichischen Mitstreiter einen „Deppen“ geheißen. Der beleidigte Ösi wiederum hat nichts Besseres zu tun, als Löwenherz bei dessen Rückreise aus dem Heiligen Land – die der mutige Engländer dummerweise durch Austria antritt – gefangen zu nehmen. Dickes Lösegeld undGenugtuung hat Österreichs Christen-Chef Leopold im Visier.Der Rest der Kreuzritter-Welt (Engländer, Franzosen,Deutsche) ist darüber wenig erfreut, fehlt ihm doch jetzt diemächtigste christliche Symbolfigur im blutigen Wettstreit mit den Muselmanen – ja, ja, auch damals drohte schonder Untergang des Abendlandes. In Attel also – dumme kartografische Lage –, just zur Abendstunde der Körperreinigung, muss der Abt den eher zufälligen Aufmarsch der Löwenherz-Befreier über sichergehen lassen. Im Minutentakt trudeln sie ein: Humfried von Toron und seine deutsche Drei-Mann-Armee, Lord Clifford, dessen nichtsnutziger Sohn Arthur und das englische Kreuzritter-Heer sowie schließlich auch noch Brunette de Garnier, eine französische Penthesilea. Allesamt festen Willens, Jerusalem zu erobern und vorher Löwenherz aus
Wien zu befreien. In der Enge des Klosters und unter ständigem Drogeneinfluss (Rotwein und Schweinshaxen) aber bröckelt nach und nach die christliche Allianz. Es kommt zum Eklat. Verräter
sind unter den Gästen! Mord, Totschlag – nein, das pure Böse sogar regiert zwei Stunden (mit Pinkelpause) auf demKlosterberg. Und jedem Besucher des Theatersstücks „Die Befreiung des Richard Löwenherz in einer stillen aber mondhellen Klosternacht“ wird klar, dass damals, im 12. Jahrhundert, in Attel auf dem Klosterberg, die einmalige Chance vertan wurde, das Christentum zu retten.

Wieder einmal ist also Attel an allem schuld. Wie seit fast zehn Jahren. Damals brachte unser Theaterverein „Der Deifi auf dem Klosterberg“ unter freiem Himmel zur Aufführung. 2003 zog „Die Heilige Lanze“ die Besucher in den Bann. Diesmal haben wir uns erneut eines historischen – naja, halbhistorischen – Stoffs angenommen. Quasi des Elends dritter Teil. Und die Garde der Wasserburger Laiendarsteller– von Albaching bis Amerang – ist mit an Bord. Weil unser Klima zu immer höherer Luftfeuchte tendiert, kriechen wir diesmal unters Dach.

Aufführungstermine:

Beginn: jeweils 20 Uhr

Eintrittspreise:

Vorverkaufsstellen:

Karten- und Info-Hotline: 0160/982 87 515

Alle Aufführungen finden den im alten Attler Kuhstall statt.

(Wir danken Peter Handke, Oscar Wilde, William Shakespeare und Regina Semmler-Huber für ein paar Textpassagen):

„Vielleicht stehen auch noch ein paar Tote auf, oder die Attler Bauern und die schwarzen
Reiter kommen.“ (Abt Roche in seiner Verzweiflung)
„Erst der Deifi, dann die Lanze, jetzt die Front – armes Attel. (Der Lakai über den Schicksalsberg)
„Väter sollte man weder sehen noch hören. Das ist die einzig vernünftige Basis für ein familiäres Zusammenleben. Mütter sind anders, Mütter sind lieb.“(Sir Arthur über seine Eltern)
„So, ich muss jetzt auf Kreuzzug. Erliege keiner Versuchung, während ich die nächsten
sechs bis acht Jahre weg bin.“(Lady Elisabeth zu ihrem Geliebten)

Darsteller:

Mehr Infos zum Theaterverein unter www.theater-attel.de


 

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