Das Imaginäre Museum im Brucktor,
Bild vergrößern
Das Spitalgebäude wurde schon vor 1338 durch den damaligen
herzoglichen Pfleger, Zacharias von Höhenrain erbaut und
zwei Jahre nach dem großen Stadtbrand 1341 als
Heiliggeist-Spital wiedererrichtet und nach einem weiteren
Brandunglück 1380 erneuert. Bis 1970 wurde der
Stiftungszweck erfüllt: Neben den Aufgaben als Hospital
wurden hilfsbedürftigen und alleinstehenden alten Menschen
Unterkunft und ein angemessenes Auskommen gesichert.
Die gleichzeitig entstandene, in den Gebäudekomplex eingefügte Kirche birgt eines der wertvollsten Kunstwerke der Stadt. Ein holzgeschnitztes Altarbild mit der Darstellung des Pfingstwunders im Hochaltar, eine Holzplastik, die um 1500 durch einen unbekannten Meister geschaffen wurde. In dem Gebäudekomplex des ehemaligen Spitals ist heute das Erste Imaginäre Museum untergebracht.
Durch die Unterbringung des Museums im ehemaligen Heiliggeist-Spital wurde die Möglichkeit geschaffen, ein spätmittelalterliches Gebäude in seiner alten Substanz zu erhalten und in seiner dem ursprünglichen Zweck angepassten funktionalen Gliederung mit unterschiedlichen Raumgrößen zusammen mit der integrierten gotischen Kirche auch als Zeugnis früherer Sozialstrukturen in der Dimension mittelalterlicher Lebensverhältnisse wieder sichtbar werden zu lassen.

Männersaal mit Gewölbe und Holzdielen /
Bild vergrößern
So wird der aufmerksame Museumsbesucher in den Fluren, den
ganz verschieden gestalteten Räumen mit Kachelöfen,
Kaminen, schrägen Wänden und alten Bretterböden, mit dem
Blick zum Inn oder in die Bruckgasse, im gewölbten
Männersaal und in der Kirche etwas von der Lebensart und
den Lebensumständen früherer Jahrhunderte verspüren.