Parkhaus Überfuhrstraße
Planung: Büro Obermeyer, Planen und Beraten, München
Bauherr: Stadt Wasserburg a. Inn
Baubeginn: November 1986
Inbetriebnahme: April 1988
Stellplätze: 289
Das Parkhaus an der Überfuhrstraße ist Teil der
städtebaulichen Maßnahmen zur Altstadtsanierung. Mit der
verkehrlichen Umstrukturierung der Stadt Wasserburg am Inn
wurde auch der Bau von Anlagen für den ruhenden Verkehr
erforderlich.
Durch das Parkhaus am Standort Überfuhrstraße konnte die
Stellplatzsituation der Stadt wesentlich entspannt werden.
So wurde die Voraussetzung dafür geschaffen, stadteinwärts
fahrende Fahrzeuge (Münchner Straße, Verbindungsrampe)
bereits an der Peripherie vom innerstädtischen Bereich
fernzuhalten. Damit wird das Ziel – verkehrsberuhigte
Innenstadt – wesentlich unterstützt.
Das Parkhaus hat vier Parkgeschosse (ein Kellergeschoss)
und ist in drei Gebäudeteile gegliedert, die eine
innenliegende halbkreisförmige Rampenanlage umschließen.
Die Gesamtzahl der Stellplätze beträgt 289, davon 7 für
Behinderte.
Das Parkhaus wurde im wesentlichen in
Stahlbetonkonstruktion errichtet, wobei der Keller als
„weiße Wanne“ gegen das drückende Grundwasser
ausgebildet wurde.
Die Dachkonstruktion besteht aus Stahlrohrprofilen mit
Trapezblech und als Dachhaut naturrote Flachdachpfannen.
Die architektonische Gestaltung des Parkhauses ist
wesentlich beeinflußt durch den Standort im äußeren
Altstadtbereich. Während der innere Altstadtbereich durch
die typische Inntalarchitektur mit Grabendächern und
Vorschußmauern geprägt ist, ist der äußere
Altstadtbereich durch die unterschiedlichsten Bauweisen und
Dachformen nicht mehr klar definiert.
Trotzdem besteht aufgrund der räumlichen Beziehung beider
Altstadtbereiche die Forderung nach Anpassung an die
mittelalterliche Stadtstruktur, das heißt Übernahme von
Maßstäblichkeit, Höhe, Gliederung und
Kleinteiligkeit.
Die Gestaltung des Parkhauses folgte diesen Kriterien: Das
große Bauvolumen wurde durch die Gliederung in drei Flügel
aufgelöst. Ebenso wurde die Dachlandschaft durch den
Wechsel von Pult- und Satteldächern kleinteilig
dargestellt. In der Fassade sind die einzelnen Geschosse
jeweils individuell gestaltet. Durch die vorstehenden
Außenstützen wird die senkrechte Struktur betont.
Stahlrohrprofile als Schutz- und Rankelemente unterstützen
dies. Die außenliegenden Stahlbetonteile wurden mit einem
Putz versehen.
Das Einfügen des Parkhauses in die Umgebung, besonders zum
Innufer, wird auch durch das Anpflanzen von Rankgewächsen
an der Fassade unterstützt.
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