Heisererplatz 11
Bauaufgabe
- Sanierung und Umnutzung des letzten historischen Speichergebäudes (16./17.Jahrhundert) der Stadt Wasserburg am Inn
- Aufteilung des 1-Raum-Hauses in Eigentumswohnungen mit hohem Wohnkomfort
- behutsamer Umgang mit der historischen Bausubstanz in enger Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege
- Um- & Ausbau nach baubiologischen & ökologischen Prinzipien mit Niedrigenergiehaus-Standard
- Erhaltung des Innstadttypischen Grabendaches und der Straßenfassade d.h. bewußt keine Aufstockung und Höhenangleichung an die im 19.Jh. veränderten Nachbargebäude
Gebäudekonzept und Leitlinien
- Schaffung von Laden und Wohnungen mit hohem Wohnwert
- "Erlebnis" des alten Speichers in jeder Wohnung
-
privater Freiraum für jede Wohneinheit trotz
hochverdichteter Altstadtlage (GFZ ca. 3.0!)
"ökologische" Bauweise - Ausführung durch lokale Betriebe mit regionalen Baustoffen
Umsetzung
Das Gebäude:
- 3 Erschließungs- & Belichtungshöfe im Zentrum des 28 m tiefen Baukörpers
- Aufteilung des Grundrisses in 4 Quadranten; dabei 1 Quadrant im EG als Zugang mit
- Fahrradabstelle und Abstellräumen für alle 6 Wohneinheiten (die meisten Altstadtgebäude wurden wegen der fast alljährlichen Hochwasser nicht unterkellert)
- Aufteilung der 4 Geschosse in großzügige gestapelte Maissonetten
- alle Wohnungen mit Terrasse im Gartenhof oder auf dem Grabendach
Ökologie:
- Nachhaltigkeit und Wohngesundheit der Baustoffe
- Erhalt der kompletten historischen Bausubstanz bestehend aus Wänden aus Flußsteinen (EG) oder Handschlagziegeln (OG - DG) und der Decken- und Dachkonstruktion aus handgebeiltem Tannenholz
- hochwärmegedämmte Dachkonstruktion und rückwärtige Fassade
- Ziegel mit Kalkputz als bestimmender Wandbaustoff
- Massivholz als bestimmender Baustoff bei Decke, Dach und Ausbau (Fenster, Fensterbretter, Treppen, Fußböden, Terrassen)
- alle Holzoberflächen innen nur geölt
- hochwertige langlebige Materialien im Innenausbau (Naturstein, Cotto etc.)
-
Vermeidung ökologisch bedenklicher Materialien (PU-Schaum,
Styropor, Baukleber etc.)
geringer Grauenergieanteil der Materialien - Recyclebarkeit der Materialien (keine Verbundwerkstoffe, Verwendung von Zellulose-Dämmstoff etc.)
- Nachhaltigkeit und Wohngesundheit der Gebäudetechnik
Elektro:
- komplette Installation mit abgeschirmten Kabeln und Dosen
Heizung und Brauchwasser:
- zentrales Gas-Brennwertgerät
- Wärmeübertragung durch Bauteiltemperierung im EG und Radiatoren mit hohem Strahlungsanteil in allen Wohnungen
- Kaminanschluß für Feststoffbrenner für jede Wohneinheit
Auszeichnung
Beim Wettbewerb "Ökologischer Wohnungsbau mit hoher Qualität", ausgelobt von der Obersten bayerischen Baubehörde, wurde dieses Objekt mit einer Anerkennung ausgezeichnet. Auf dem Foto v.l.n.r.: Architekt Richard Kröff, Bauträger Peter Dörr, Bayerischer Staatsminister des Inneren, Dr. Günther Beckstein bei der Preisverleihung am 15. Juli 2002
Fassade nach der Sanierung / Bild vergrößern
Fassade vor der Sanierung / Bild vergrößern
Rückfassade nach der Sanierung / Bild vergrößern
Detailansichten / Bild vergrößern
Grundrisse bzw. Etagenpläne / Grafik vergrößern
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