Bildungszentrum Sozialverwaltung
Planung: Architekten Leyck, Hugle, Kendlbacher,
München
Bauherr: Freistaat Bayern
Planungsbeginn: 1986
Baubeginn: 1990
Fertigstellung: 1993
Für die Errichtung des Bildungszentrums stand mit dem
Grundstück des ehemaligen Krankenhauses „Im Hag“ mit
6800 m² eine für die Wasserburger Altstadt relativ große
Fläche für ein ebenfalls großes Programm zur Verfügung.
Bei einer so großen Aufgabe ist die Gefahr hierbei
zwangsläufig, dass die gewachsenen Maßstäbe aus
technischen Notwendigkeiten und Begehrlichkeiten
durchbrochen werden, dass neue Baustrukturen entstehen, die
mit den alten keine wirkliche Verbindung aufweisen.
Für die Lösung dieser Bauaufgabe gab es jedoch eine Reihe sehr guter Rahmengegebenheiten:
Das Programm
Die Raumanforderungen des Bildungszentrums beinhalten zwei Schulen mit integriertem Wohnen, Cafeteria sowie Freizeitbereiche. Es ist also eine Durchmischung von Wohnen und Arbeiten auf engem Raum gegeben, eine Kombination, die lebendiges und urbanes Leben möglich macht, was sich wiederum in der städtebaulichen und architektonischen Ausformung niederschlägt.
Gesamtansicht des Komplexes
Die klare vorhandene Baustruktur
Der Innbogen hat in alles beherrschender und unübersehbarer Weise die Stadt geformt. Man muß sich nur ein Stück weit von ihm tragen lassen um zu sehen, daß die Weiterführung einer Bebauung an dieser Stelle nur in einer analogen Weiterführung der dichten, hohen Randbebauung „Auf dem Gries“ erfolgen kann, mit lockerer dahinterliegender, niedriger Ergänzung zum Inn hin, nur punktuell durchlässig. Die Schule selbst stellt also eine Art Rückgebäude dar, erschlossen über einen ruhigen Innenhof, ähnlich wie früher Werkstätten in Hinterhöfen von Wohnbauten lagen. Die engen Durchlässe vermitteln die notwendige Intimität.
Hauptzugang
Der vorhandene Altbaurest
Das Bruderhaus mit den alten Gewölben, von dem nur noch ein erdgeschossiger Rest übrig war, fixierte durch seine Lage und sein inhaltliches Gewicht genau die Stelle, an der der Schwerpunkt und Ausgangspunkt des Schulzentrums liegen musste. Es war nicht notwendig, diesen Punkt erst zu suchen, er war vorhanden, vergleichbar einem Scheitel, nach dem alles Folgende zu richten war. Diese Fixierung galt nicht nur in der Grundrißdisposition, sondern auch in der Höhenlage (das Gebäude liegt tiefer als die angrenzende Straße) und der Maßstäblichkeit von Mauerwerk und Öffnungen und natürlich auch im Material.
So konnte auf den Altbau nicht nur real (drei Stockwerke),
sondern auch im übertragenen Sinne voll aufgebaut
werden.
Studentenwohnungen
Cafeteria im alten Bruderhaus
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