Planung: Architekt Prof. Herbert Kriegisch
Bauherr: Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft
Wasserburg a. Inn
Planungsbeginn: 1981
Baubeginn: 1982
Fertigstellung: 1983
Blick auf die Altstadt mit dem Gebäude der alten
Realschule
Ausgehend vom Studium der Stadtstruktur am Stadtmodell M = 1:1000 und der Darstellung des Bestandes im Modellausschnitt M = 1:1500 erfolgte nach Modellversuchen die Festlegung der Gebäudeausrichtung, seine Gliederung und die Dachform.
Am Situationsmodell M = 1:500 erfolgte nach Modellversuchen die Festlegung der Gebäudeausrichtung, seine Gliederung und die Dachform.
Am Situationsmodell M = 1:100 wurden die Ausformung der Straßenräume und ihre Rückwirkung auf die Bauwerksgestalt untersucht. Neues Gestalten im Sanierungsgebiet heißt die geschichtliche Entwicklung kennen zu lernen. Untersuchungen, die die Entwicklung der Wasserburger Häuser aufzeigen, wurden genauso, wie die sich heute präsentierenden Fassaden der Altstadt, in die formalen Überlegungen zur Ausbildung des Neubaus herangezogen. Die nähere Umgebung wurde im Bild festgehalten. Es ergaben sich folgende Merkmale für das Wasserburger Haus: Es hat eine strenge regelmäßige in die Senkrechte weisende Fensterreihung, sie ist oft durch einen Erker noch zusätzlich betont. Die Häuser haben in der Mehrzahl 3 Fensterachsen. Vorschußwände an den Giebeln haben zum Teil vielfältige Formen. Die Häuser sind 3 – 4geschossig, im zentralen Stadtrand auch Hauslauben in den Obergeschossen.
Übernahme vorhandener gestalterischer Gesetzmäßigkeiten und typischer Details, jedoch in der Formensprache unserer Zeit. So erhielten die Fassaden eine senkrechte Fensterreihung, Vorschußwände wurden giebelseitig an den Hauptsichtflächen angeordnet. Der schmale westseitige Straßenraum erhielt eine Arkade, sodaß trotz eines unbedingt erforderlichen Fußweges der vorhandene Straßenraum nicht erweitert werden mußte. Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse wurden an Modell und Fotomontagen die Entwurfsvorstellungen konkretisiert.
Aus dem Protokoll der Jury: „Eine sorgfältige
Stadtbildanalyse und die überlegte Auseinandersetzung mit
den geschichtlich gewachsenen Bauformen einer alten Stadt
führten zu einer stadträumlich und baulich überzeugenden
Lösung. Exemplarisch wird bei dieser Aufgabe dargelegt, wie
unter den Bedingungen des sozialen Wohnungsbaus entstandene
zeitgenössische Architektur zu einer Verbesserung und
Bereicherung des alten Stadtbildes führen kann, ohne dem
Mißverständnis der vordergründigen Übernahme alter
Formen zu erliegen: Denkmalspflege also im besten Sinne.
Insofern kommt diesem Projekt beispielhafte Bedeutung zu.
Die Fassaden sind gut proportioniert. Das neu gesehene
Erkerthema bereichert Grundriß und Ansicht.
Blick durch den Torbogen im Roten Turm. Früherer
Bauzustand des Gebäudes
Blick vom Heisererplatz auf die westliche
Platzraumbegrenzung. Das frühere Gebäude der alten
Realschule
Neuplanung, Fotomontage
Neuplanung, Fotomontage
Nach dem Naubau 1983
Fassadenausschnitt des Neubaus