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04 - Klement-Stechl-Keller

Keller 04
Der Klement-Stechl-Keller (Keller 04)
Fletzingergasse 1
Braustätte: Fletzingergasse 1

Der Weg führt durch einen kurzen Quergang westwärts in den Klement-Stechl-Keller, wo wir den Nachbau eines Stückes der Ausmauerung eines Lüftungskamins sehen. Angesichts der Enge von 73 x 73 cm ist bislang ungeklärt, wie mit den technischen Mitteln des frühen 19. Jahrhunderts bis zu 25 Meter tiefe Lüftungsschächte gegraben und ausgemauert werden konnten. Ungeklärt ist auch, ob diese Schächte von unten oder von oben gegraben wurden. Auf jeden Fall handelte es sich bei den anzunehmenden Raum- und Lichtverhältnissen um eine mühselige und wohl auch nicht ungefährliche Arbeit, die den Erbauern viel Erfahrung und Können abverlangte.

Lüftungskamin

Der obere Abschluss des Lüftungskamins steht noch in der Rechtskurve oberhalb vom Kellerbergweg. Er verfügt über zwei Öffnungen, die ehemals im Sommer versperrt werden konnten, so dass auch von oben kein Luftaustausch möglich war.

Der Klement-Stechl-Keller wurde am 8. Januar 1819 erstmals als Sommerbierkeller erwähnt. Im Jahre 1890 legte Anton Stechl, Inhaber der Brauerei Fletzinger, einen Bauplan für eine Kegelbahn am Inn vor. Diese wurde dann auch gebaut und bis 1957 genützt.

Laut Karte gab es seit 1914 ein Kellergebäude, das mit dem damaligen Besitzer des Gerbl-Kellers (K 03), Josef Stechl, zusammen benutzt wurde. Darüber befand sich die als Ausschank genutzte Altane, dahinter der Gär- und Abfüllkeller der Brauerei Fletzinger.

Die Flaschenabfüllung wurde in einem modernen Vorbau von 1957 bis 1994 vorgenommen. Zu allerletzt diente der Keller als Flaschenstapelraum. Im hinteren Abteil befanden sich die 1956 eingebauten modernen vier Gärbottiche aus V2A-Stahl.

Diese wurden nach der Stilllegung von Interessenten aus den USA trotz Bedenken seitens der Besitzer ausgebaut, zerlegt und für den Transport vorbereitet (für ca. DM 19.000.-), erwiesen sich dann allerdings als unbrauchbarer Schrott.

Darstellung der Lüftungsschächte Der Schacht ist begehbar

An der Schlusswand entdeckt der Besucher unterhalb der Decke wieder ein kleines Türchen, das - wie die Skizze zeigt - in den begehbaren, nicht ausgemauerten Anschluss zum Lüftungskamin führt.


 

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