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08 - Franz-Gassner-Keller

Keller 08
Der Franz-Gassner-Keller (Keller 08)
Färbergasse 1
Braustätte: Färbergasse 1, Ecke Schustergasse

Durch einen ca. 10 Meter langen Stollen gelangt man in den westlichsten der öffentlich zugänglichen Keller. Hier zeugt die lange Reihe der 1936/37 eingebauten, damals hochmodernen, gefliesten Lagertanks von der früher produzierten Biermenge.

Über den Ursprung des Kellers ist wenig bekannt,die Erbauung wird in den 1820er Jahren angenommen.

Früherer Eingang zum Keller
Eingang Gassnerkeller 1927 vor Abbruch für Bruck-Bräu Erweiterungsbau

Nachdem die Brauerei Gassner 1863 Besitzer des ehemaligen Schneiderbräu-Kellers im Bauernhof am Kapuzinerweg, in Innnähe direkt gegenüber der imposanten Burganlage geworden ist und dort einen großen Bierabsatz durch Schießplatz und Ballhaus hatte, wurde der Keller 08 in der Kellerstraße offensichtlich vernachlässigt.

1914 gab es laut Karte den Gär- und Lagerkeller von Georg und Katharina Gassner. Noch 1919 wurde das Kellerhaus mit Schenkplatz und Hofraum als im Besitz der Familie Gassner erwähnt.

1925 wurde der Keller von der Lederfabrikation Hermann Mirring aus Steinhöring zum Verkauf angeboten, galt aber im Volksmund noch weitere zwei Jahre als der „Gassner-Keller“.

Moderne Einbautanks

Im Zug des Neubaus der Bruck-Bräu AG 1928 wurde der unscheinbare ebenerdige Vorbau des Gassner-Kellers abgerissen und der Keller wurde als Lagerkeller in den Neubau integriert und mit dem Niggl-Keller verbunden. Wenige Jahre vor dem Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde die hintere Abteilung mit acht modernen Einbautanks ausgestattet. Einmalig in Wasserburg und weitem Umkreis was auch in der Fachpresse seine Würdigung fand.

Billi Meyer, Tochter des Johann-Baptist Meyer (Meyer-Bräu), eine Zeitzeugin, erinnert sich:

"Von 1940 bis 1950 war die Münchner Spirituosenfabrik MACHOLL nach Wasserburg in einige Sommerbierkeller ausgelagert.

1945, kurz vor dem Einmarsch der amerikanischen Truppen, wurde der noch vorhandene reine Alkohol in einige der Biertanks dieses Kellers umgepumpt und entging so der Beschlagnahme.

Für die Vorräte am damaligen Dünnbieres - ab März 1945 war lediglich Einfachbier mit einer Stammwürze von 1,7 bis 2,4 % erlaubt - interessierten sich die amerikanischen Soldaten nicht."

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